BZgA-Symposium

Corona-Impfungen: Mit Fakten gegen „Fake News“

Lassen „Fake News“ die Corona-Impfbereitschaft sinken? Bei einem BZgA-Symposium suchten Experten nach Antworten.

Von Thomas HommelThomas Hommel Veröffentlicht:
Rund um die Corona-Impfung gibt es viele Fakten – und auch Fake News.

Rund um die Corona-Impfung gibt es viele Fakten – und auch Fake News.

© kebox / stock.adobe.com

Berlin. Die Bereitschaft, sich gegen Corona impfen zu lassen, nimmt in Deutschland wieder zu. „Seit dem Moment der Zulassung der ersten Impfstoffe sehen wir, dass das Vertrauen in die Sicherheit der Impfung steigt.“

Damit wachse auch die Impfbereitschaft, berichtete Cornelia Betsch, Professorin für Gesundheitskommunikation an der Universität Erfurt, bei einem Symposium der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) am Donnerstag.

Zulassung stärkt Vertrauen

Aktuell seien mehr als 50 Prozent der Bundesbürger bereit, sich gegen Corona impfen zu lassen, sagte Betsch, die das COSMO-COVID-19-Snapshot-Monitoring leitet. Im Rahmen des Projekts wird fortlaufend ermittelt, wie die Bundesbürger die Pandemie erleben. Anfang Dezember – also vor Zulassung des ersten Corona-Impfstoffs – hatten nur gut 40 Prozent der Bundesbürger erklärt, sich gegen Corona impfen lassen zu wollen. „Wenn wir weiterhin sehen, dass die Impfstoffe verträglich sind, dann nimmt die Impfbereitschaft noch mehr zu.“

Die Direktorin des Instituts für Journalistik und Kommunikationsforschung an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover, Professor Eva Baumann, sagte, Unsicherheit sei die größte Herausforderung in der Pandemie. „In dieser Situation sind Kommunikation und Information Mittel der Wahl.“

Ein Problem sei freilich, dass es „einfache und drastische Erklärungsansätze“ leichter hätten, in Krisen wie Corona Gehör zu finden. Es brauche daher „solide“ und „empirisch belegte“ Informationen. Das gelte auch mit Blick auf die Impfungen, zu denen viele Desinformationen im Umlauf seien. Die BZgA könne hier als „bevölkerungsnahe Unsicherheitsmanagerin“ fungieren, sagte Baumann.

Pandemie der Unsicherheit

Die scheidende BZgA-Chefin Professor Heidrun Thaiss betonte, ihre Behörde sei in der Pandemie bisher zwar nicht so oft „auf fernen Plakatwänden mit täglich wechselnden Botschaften“ zu sehen gewesen. „Sie war da, wo sie hingehört: ganz nah bei den Menschen.“

Über Netzwerke, Arztpraxen, Gesundheitsämter, Schulen und Kitas habe die Behörde „praxisnahe“ Informationen bereitgestellt. Überhaupt sei es entscheidend, die Menschen bei Gesundheitsfragen direkt anzusprechen. „Es ist die persönliche Kommunikation, die überzeugt.“

Bundesgesundheitsministerium Jens Spahn (CDU) sagte, die BZgA habe entscheidend mitgeholfen, dass das Gros der Bundesbürger bei den pandemiebedingten Auflagen mitziehe. Die BZgA sei eine „Institution, die viele Bundesbürger kennen und der sie vertrauen“.

In einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen hatte es kürzlich geheißen, die BZgA solle zu einer „echten Kommunikationsagentur“ umgebaut werden.

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