Medizinstudenten

Corona-Pandemie: Riesige Resonanz auf neue Website für Helfer

Medizinstudenten machen in der Corona-Krise Nägel mit Köpfen: Vier angehende Ärzte haben fast über Nacht eine Website aufgebaut, auf der Kliniken und auch Praxen Helfer finden können.

Von Julia Frisch Veröffentlicht:
Schnelle Hilfe gefragt: Auf einer neuen Website können Praxen und Kliniken nach freiwilligen Helfern zur Unterstützung suchen.

Schnelle Hilfe gefragt: Auf einer neuen Website können Praxen und Kliniken nach freiwilligen Helfern zur Unterstützung suchen.

© Screenshot: www.medis-vs-covid19.de

Berlin. Die neue Website, die in der vergangenen Woche freigeschaltet wurde, heißt www.medis-vs-covid19.de. Auf ihr können sich Medizinstudierende informieren, welche Krankenhäuser in Deutschland und Österreich Unterstützung bei der Bewältigung der Corona-Pandemie brauchen. Knapp 160 Kliniken sind inzwischen dort gelistet, geben die Art der Tätigkeit und Kontaktadressen an. Auch Praxen suchen vereinzelt Hilfe, weil Mitarbeiter erkrankt sind.

Die KV Westfalen-Lippe benötigt Unterstützung in den geplanten Corona-Behandlungszentren. Und auch das Robert Koch-Institut nutzt die Plattform, um Studenten zu rekrutieren. 500 Stellen gibt es, die als Unterstützungspersonal für das Krisenmanagement vorgesehen sind.

Zunächst nur Facebook-Gruppe

Eigentlich wollte Amandeep Grewal aus Reutlingen, der im 12. Semester Medizin an der Comenius-Universität in Bratislava (Slowakei) studiert, nur eine Facebook-Gruppe gründen. Denn aufgefallen war ihm, dass es zwar Aufrufe zur Unterstützung in der Corona-Krise gab. Doch welche Kliniken Hilfe benötigen, dazu fand er fast nichts.

Mit der Facebook-Gruppe wollte Grewal herausfinden, wie viele Medizinstudenten helfen würden.

In zwei Tagen 1000 Mitglieder

Am Montag in der vergangenen Woche war die Gruppe erstellt. Noch am selben Tag zählte sie mehrere hundert Mitglieder, am Dienstag waren es bereits mehr als 1000.

Grewal holte seinen Kommilitonen Ahmad Abdel-Rahman, der ebenfalls in Bratislava (10. Semester) studiert, sowie die österreichischen Medizinstudenten Andreas Zehetner (10. Semester Uni Bratislava) und Michael Neulinger (5. Jahr MedUni Graz) sowie die PR-Studentin Alexandra Diendorfer (Linz ) mit ins Boot, um eine sinnvolle Infrastruktur aufzubauen.

„Krass“, wie viele Studenten sich melden

Noch am Dienstag wurde die Website www.medis-vs-covid19.de online geschaltet, auf der alle in Facebook geposteten Annoncen übersichtlich strukturiert wurden – für Deutschland und Österreich. Die Facebook-Gruppen für die beiden Länder zählen mittlerweile über 20.000 Mitglieder. „Das ist schon krass, wie viele Studenten sich melden“, sagt Ahmad Abdel-Rahman.
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Seit Mittwoch arbeiten die Studenten mit der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland sowie der Hochschülerschaft an der Medizinischen Universität Wien zusammen. Ziel sei es nun, „das Ganze von zentraler Stelle, am besten durch Hilfe von der Bundesregierung, strukturiert aufzubauen“, so Abdel-Rahman. Ein Konzept habe man schon.

300 Bewerber für zwei Gesuche

Die Kliniken seien „megafroh“, dass ihre Anfragen auf die Website gestellt werden. Die Resonanz unter den Medizinstudenten scheint riesig zu sein. Ein Krankenhaus habe 300 Bewerbungen bekommen, obwohl nur zwei Helfer gesucht wurden, berichtet Ahmad Abdel-Rahman.

Wie stark schränkt der Ausfall von MitarbeiterInnen derzeit ihre Arbeit in der Praxis ein?

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