Kommentar zu HIV

Das AMNOG lernt und lernt

Von Anno FrickeAnno Fricke Veröffentlicht:

Das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) sei ein lernendes System, werden Politiker nicht müde zu behaupten.

Innovative HIV-Therapien mit schwächeren Nebenwirkungen könnten in der kommenden Legislaturperiode eine wichtige Lektion für das Verfahren der frühen Nutzenbewertung werden - und damit eine Blaupause für Schrittinnovationen auch in der Onkologie oder bei der Behandlung von Diabetespatienten. Darauf haben Politiker von Regierung und Opposition verwiesen.

Die Erfolge der antiretroviralen Therapien sind beeindruckend. Die Virenlast lässt sich damit unter die Nachweisbarkeitsgrenze drücken, die Lebenserwartung Infizierter erreicht Normalwerte.

Ganz Mutige haben in jüngerer Zeit - wahrscheinlich verfrüht - sogar schon das Wort Heilung in den Mund genommen. Aus der formalen Sicht des AMNOG könnten neue Medikamente also tatsächlich überflüssig sein. Das sind sie aber nicht.

Von den 24 in den vergangenen 30 Jahren entwickelten HIV-Medikamenten nutzen die Ärzte - zumindest hierzulande - nur noch gut die Hälfte. Die anderen haben sie wegen zu schwerer Nebenwirkungen aussortiert.

Der Gemeinsame Bundesausschuss sieht den Bedarf. Er hat einem HIV-Medikament einen wenn auch geringen Zusatznutzen zugebilligt, weil es Nebenwirkungen minimiert.

Nicht nur die Infektion selbst, sondern auch der Erfolg ihrer Therapie schaffen Bedarf für neue Therapieoptionen. Es ist gut, dass die Politik dies sieht.

Lesen Sie dazu auch: HIV-Therapie: Nutzenbewertung in der Kritik

Mehr zum Thema

Störungen der Beweglichkeit

Feldenkrais-Methode: Bisher schlechte Datenlage

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

© Pascoe Naturmedizin

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Dr. Claudia Vollbracht

© [M] Privat; Christoph Burgstedt / Getty Images / iStock

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Appell zur adjuvanten Vitamin-C-Therapie bei Krebs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pascoe
Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

© designer491 / Getty Images / iStockphoto

Long-COVID

Mit Vitamin C gegen schwere Langzeitfolgen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Tendenz weiter nach oben: Mit bis zu 400.000 Infektionen durch Omikron pro Tag rechnen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und RKI-Präsident Lothar Wieler (l.).

© Wolfgang Kumm / dpa

Neue Testverordnung

PCR-Tests: Details zur Priorisierung kommen nächste Woche

Für Frauen gelten andere Impfregeln als für Männer, etwa beim Schutz gegen sexuell übertragbare Krankheiten. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© Djomas / stock.adobe.com

Neue STIKO-Empfehlungen

Welchen Impfschutz junge Frauen brauchen

Erst lokale Modellprojekte zur Grippeimpfung, jetzt bundesweit mit COVID-Vakzinen am Start: Die Apotheker haben erfolgreich einen Fuß in die ambulante Versorgung gesetzt.

© David Inderlied/picture alliance

Impfkampagne

Apotheker ready für die Corona-Impfung to go