Leitartikel

Der BMG-Krimi taugt kaum für einen Spionageroman

Schriftwechsel unter Ministerialen ausgespäht - was unter der Rubrik "Spionage" in Medien verkauft wird, ist eher ein Diebstahlsdelikt. Tatsächlich sind Politik und Lobby im Gesundheitswesen eh eng verwoben - und aufeinander angewiesen.

Von Helmut LaschetHelmut Laschet Veröffentlicht:
Datenklau im BMG: Der Minister ist „stinksauer“.

Datenklau im BMG: Der Minister ist „stinksauer“.

© VRD / fotolia.com

Haben die Apotheker einen 007 auf das Bundesgesundheitsministerium angesetzt? Mit dem Auftrag, so frühzeitig wie möglich Gesetzes- und Verordnungspläne auszuspähen, um Strategien zu entwickeln, Gesetze im Interesse der Berufsgruppe zu beeinflussen?

Gewiss: Die Milliardenbeträge, die im Gesundheitswesen bewegt werden, setzen Phantasien frei. In Kombination mit der berufsbedingten Fähigkeit von Pharmazeuten, mit kleinsten Mengeneinheiten zu kalkulieren und zu hantieren, lässt sich dies auch auf ihre Kaufmannseigenschaften und ihre akribische Lobbyarbeit übertragen. Centbeträge bei Handelsspannen können millionenschwere Auswirkungen auf den gesamten Berufsstand haben.

Der Krimi, der sich in den letzten zwei oder drei Jahren im Dreieck zwischen dem Bundesgesundheitsministerium, einem externen Mitarbeiter eines IT-Dienstleisters und einem Apotheker-Lobbyisten abgespielt haben soll, taugt allerdings kaum zum Spionageroman, zur Verschwörungstheorie "Pharmakonglomerat gegen Gemeinwohl". Einstweilen ermittelt die Staatsanwaltschaft ganz banal wegen des Verdachts auf Diebstahl und Bestechung. Wobei sich nicht einmal ein Schaden definieren lässt ...

Mehr zum Thema

Staatsanwalt ermittelt

Zytostatika-Betrug in Chemnitzer Apotheke?

Schlagworte
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
In vielen Einrichtungen längst gefordert, das Einhalten der 3G-Regel. MEDI setzt sich dafür ein, dass auch Arztpraxen außerhalb von Notfällen die 3G-Regel anwenden können, in vielen Kliniken sei dies schon üblich.

© Sebastian Gollnow / dpa

Corona-Pandemie

MEDI fordert 3G in der Arztpraxis

Medizinstudent Heiner Averbeck.

© Porträt: Lukas Zähring | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag“-Podcast

Haben Sie nach Ihrem Medizinstudium noch Lust auf Arzt, Herr Averbeck?

Impfung gegen Corona: Aufgrund aktueller Studiendaten rät das Kompetenznetz MS (KKNMS) bei allen MS-Patienten unabhängig von ihrer Immuntherapie zu einer COVID-19-Impfung.

© fotoak80 / stock.adobe.com

Aktuelle Studien

Corona-Impfung für Patienten mit Multipler Sklerose sicher