Kommentar

Der Brutalität Einhalt gebieten

Die Bundesminister Spahn und Lambrecht fordern eine Strafverschärfung für diejenigen, die Ärzte und Pfleger im Dienst attackieren.

Von Wolfgang van den Bergh Veröffentlicht: 29.10.2019, 15:33 Uhr

Ärger, Wut, Hilflosigkeit, Angst und Enttäuschung – die fünf am häufigsten genannten Empfindungen nach Gewaltereignissen in Notfallambulanzen. Das hat eine Untersuchung der Hochschule Fulda 2018 ergeben. Laut Kriminalstatistik hat die Gewalt gegen Ärzte und Pfleger von 2013 bis 2017 dramatisch zugenommen: bei Ärzten von 435 auf 692, bei Pflegern von 1725 auf 2436 Delikte. Eine erschreckende Entwicklung.

Die Politik ist zum Handeln aufgefordert. Die Initiative von Jens Spahn und Minister-Kollegin Christine Lambrecht, sich für eine Strafverschärfung einzusetzen, ist überfällig. Traurige Wahrheit ist, dass die Übergriffe in Notfallambulanzen immer extremer werden, und das nicht erst seit gestern. Ein Beispiel von vielen: 2010 taucht ein Mann nachts in einer Berliner Klinik auf. Weil seine Schmerzen im Fußgelenk nicht sofort behandelt werden, sticht er nach Angaben der Polizei zweimal auf einen Pfleger ein und verletzt ihn schwer.

Alkohol, Drogen und Wartezeiten seien die Haupt-Trigger-Punkte, die zum Ausrasten führen, heißt es. Reicht da die Androhung härterer Strafen, oder müssen Notfallambulanzen auch besser geschützt werden? Und dann gibt’s noch die vielen Verbal-Attacken, die sich Niedergelassene täglich anhören müssen.

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Dr. Schätzler

Ich selbst bin in meiner Praxis auch schon tätlich angegriffen worden. Der mir völlig unbekannte Patient hatte eine paranoide Psychose und wollte danach das Funkgerät der hinzugekommenen Polizeibeamten ausbauen.
Ich habe bereits 2017 auf inakzeptable Lücken bei der Reform der Paragrafen 113, 114 und 115 StGB hingewiesen. Damals allerdings ohne Erfolg.
Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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