Kritik an Lauterbachs Sparpolitik

Deutsche Arztnetze bezeichnen Streichung der Neupatiantenregelung als „völlig falsche Sparmaßnahme“

Der Zusammenschluss deutscher Arztnetze fordert von der Ampel grundsätzliche Strukturreformen. Jahrzehntelange Budgetierungen dagegen blockierten die Koordination in der Versorgung.

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Berlin. In die Debatte um die geplante Streichung der Neupatientenregelung meldet sich nun auch die Agentur deutscher Arztnetze e.V. (AdA) zu Wort.

„Ist das eine kluge Idee? Oder wird hier nicht am völlig falschen Ende gespart?“, fragt Dr. Thomas Schang, AdA-Vorsitzender in einer Mitteilung von Freitag. AdA vertritt derzeit rund 3000 Ärztinnen und Ärzte aus besonders engagierten Netzen.

„Unser Gesundheitssystem ist eines der teuersten und bietet dennoch nicht in allen Bereichen die beste Qualität“, heißt es. Seit vielen Jahren benenne der Sachverständigenrat für Entwicklungen im Gesundheitswesen regelmäßig die tieferen Ursachen: unzureichende Kooperation und Koordination in der Versorgung.

Die Arzt- und Praxisnetze sehen darin ihre zentrale Aufgabe. „Jahrzehntelange Budgetierungen haben aber daran noch nie etwas geändert, sondern im Gegenteil Leistungen verknappt und Strukturreformen verhindert.“

Griff in die Mottenkiste

Wer die Hoffnung hatte, die Ampel nähme nun endlich grundsätzliche, lange blockierte Strukturreformen unseres Gesundheitssystems ins Visier, sehe sich gründlich enttäuscht, betont Schang.

So sei keine Rede von Gesetzen zur Förderung besserer Abstimmung der Leistungserbringer und Qualitätsmanagement, Stattdessen setze die Politik auf im Alltagssumpf festgefahrene Digitalisierungsstrategien.

Außerdem fehle es an Strategien zur Abwehr einer kommerzialisierten Medizin. „Stattdessen folgt der Griff in die Mottenkiste: Beitragserhöhung und Budgetierung. Mehr hat Gesundheitspolitik in Deutschland wirklich nicht zu bieten?“. (kaha)

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