Genom-initiative

Deutschland schließt sich EU-Projekt an

Mehr Kooperation bei der Nutzung von Genomdaten will die EU-Initiative erreichen, der Deutschland jetzt formell beigetreten ist.

Veröffentlicht: 17.01.2020, 11:26 Uhr

Berlin. Deutschland ist am Donnerstag der EU-Genom-Initiative beigetreten, die damit auf 22 Mitglieder angewachsen ist. Zu den Zielen des Projekts gehören der sichere Austausch und die grenzüberschreitende Verknüpfung von Genomdaten zwischen den Gesundheitsbehörden der beteiligten Länder sowie die Kooperation bei der Nutzung der Daten für die medizinische Forschung.

„Ich begrüße die Unterzeichnung dieser wichtigen Initiative durch Deutschland, die dazu beitragen wird, die Forschung voranzutreiben, neue Behandlungsmethoden zu entwickeln und die Gesundheit der EU-Bürger zu verbessern“, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.

Die im April 2018 veröffentlichte Kooperationserklärung „Eine Million Genome“ haben bislang 21 EU-Mitgliedsstaaten und Norwegen unterzeichnet. Belgien, Frankreich, Dänemark, Irland, Polen und die Schweiz sind offizielle Beobachter.

Die Genom-Initiative gehört zur EU-Agenda für die digitale Transformation des Gesundheits- und Pflegewesens. Nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn haben Deutschland und Europa noch großen Nachholbedarf bei der Digitalisierung sowie der Nutzung von Gesundheitsdaten.

Mehr Bereitschaft zur Datenspende!

Bei einer Veranstaltung der privaten Krankenversicherer in Berlin verwies er insbesondere auf den großen Wettbewerbsdruck durch China und die USA. „China ist dabei, nach und nach eine ganze Bevölkerung genzusequenzieren“, sagte Spahn.

Er forderte eine größere Bereitschaft der Menschen, anonymisierte Gesundheitsdaten für Forschungszwecke zur Verfügung zu stellen. Die Solidarität, auf der unser Gesundheitssystem fußt, nehme nicht nur die Gesellschaft für den Einzelnen in die Pflicht, sondern auch umgekehrt.

„Kann ich aus der Solidarität nicht auch die Grundbereitschaft erwarten, dass ich Daten pseudonymisiert und anonymisiert zur Verfügung stellen, damit das System für alle noch besser werden kann, ohne dass meine Persönlichkeitsrechte dabei verletzt werden?“, fragte er. (iss)

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