Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar

Die GKV am Tropf des Staates

Florian StaeckVon Florian Staeck Veröffentlicht:

Gern nennt man den Bundeshaushalt das "Schicksalsbuch der Nation". Nimmt man den Entwurf des Haushalts für 2010, dann dräut Deutschland ein schweres Schicksal. Die Nettokreditaufnahme beträgt im kommenden Jahr 86 Milliarden Euro, bis 2013 erwartet der Bund Steuerausfälle in Höhe von 152 Milliarden Euro.

Beängstigend ist vor allem, in welch babylonische Gefangenschaft sich der Bund inzwischen durch den Schuldendienst und den Zuschuss an die Sozialversicherungen gebracht hat. 40 Milliarden werden für Zinsen und Tilgung verwendet, 81 Milliarden fließen in die Rentenversicherung. Auch die Gesetzliche Krankenversicherung wird - politisch gewollt - immer mehr zum Zuschussfall. 11,8 Milliarden Euro gehen an die Krankenkassen. 2012 soll mit 14 Milliarden Euro der Höchststand erreicht sein. Zugleich sieht allerdings die Finanzplanung des Bundes pauschale Ausgabenkürzungen von 37 Milliarden Euro vor.

Wo dann wohl gespart wird? Je mehr umlagefinanzierte Sozialversicherungen durch Steuern gestützt werden, desto stärker geraten sie in wachsende Verteilungskämpfe. Hinzu kommt: Der Staat wird bei der Vergabe der knappen Steuer-Euro an die GKV nicht nur Kellner sein wollen, sondern auch Koch.

Lesen Sie dazu auch: GKV rechnet 2010 mit Zusatzbeiträgen Haushalt 2010 sieht 11,8 Milliarden Euro für GKV vor

 

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Vor KBV-Vertreterversammlung und Hausärztetag

„Respektlos, unanständig, skurrile Sicht“: Ärzte-Vertreter kritisieren Kanzler Merz

Anpassung Schutzimpfungs-Richtlinie

Indikationsunabhängige Corona-Impfung künftig für Kassenpatienten erst ab 75

Gemeinsamer Bundesausschuss

Imlunestrant: Zusatznutzen nicht quantifizierbar

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Porträt

Wie ein Hausarzt mit seinem„Medmobil“ Obdachlose versorgt

Warnzeichen früh erkennen

Immundefekte: Das ist die Basisdiagnostik für die Praxis

Lesetipps
Ein langer Wurm liegt in einer behandschuhten Hand.

© Clouds Hill Imaging / Science Photo Library

Ascariasis

Wurm in der Hose: Was tun bei hartnäckigem Spulwurmbefall?

Echzeitdarstellung der Blutzuckermessung auf einem Smartphone

© Remigiusz Góra / stock.adobe.com

Kasuistik

Seltene Ursache rezidivierender Hypoglykämien