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Die Praxisgebühr belastet in erster Linie die Hausärzte

Eine Erhebung der KV Niedersachsen zeigt es: Der steuernde Effekt der Praxisgebühr ist längst verpufft.

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10 Euro pro Quartal - die Praxisgebühr ist für viele Patienten ein Ärgernis. Seltener zum Arzt gehen sie deshalb aber nicht.

10 Euro pro Quartal - die Praxisgebühr ist für viele Patienten ein Ärgernis. Seltener zum Arzt gehen sie deshalb aber nicht.

© ISO K° - photography / fotolia.com

HANNOVER (cben). Die Einnahmen aus der Praxisgebühr in Niedersachsen dürften in diesem Jahr die Milliardengrenze überschritten haben. Die Fallzahl in den Praxen konnte sie nicht senken. Die KV Niedersachsen verlangt die Abschaffung der Gebühr.

Seit Inkrafttreten des GKV-Modernisierungsgesetzes (GMG) im Jahr 2004 haben die niedersächsischen Vertragsärzte insgesamt 972,5 Millionen Euro (Stand 31. Dezember 2009) für die gesetzlichen Krankenkassen von ihren Patienten eingenommen. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung der KV Niedersachsen (KVN) hervor.

Die Hauptlast des Einzugsverfahrens entfiel mit 71,7 Prozent auf die Hausärzte. 28,3 Prozent der Praxisgebühr zogen die Fachärzte für die Kassen ein. "Die Praxisgebühr hat jedoch keinen Einfluss auf die Mengenentwicklung der ambulanten Fälle", erklärte der Vorstandsvorsitzende der KVN Eberhard Gramsch. "Die Fallzahlen steigen seit 2004 kontinuierlich. Schließlich stehen die Deutschen mit jährlich 18 Arztkontakten weltweit an der Spitze. Die Praxisgebühr hat keine steuernde Wirkung. So, wie sie jetzt erhoben wird, kann man sie auch gleich abschaffen."

In den Jahren 2004 und 2005 seien die Fallzahlen noch infolge der Gebührenerhebung gesunken. Inzwischen sei dieser Effekt längst verflogen, heißt es. "Die meisten Patienten wissen mittlerweile, dass die Praxisgebühr eigentlich eine Kassengebühr ist, die vom Arzt einzuziehen ist. Der bürokratische Aufwand ist sowohl für die Praxen, als auch für die KVN sehr hoch. Wir verschicken in Niedersachsen jedes Quartal rund 20 000 Mahnungen", so Gramsch.

Die Gesamteinnahmen aus der Praxisgebühr sind seit ihrer Einführung eher rückläufig, erklärte die KVN. So wurden im Jahr 2004 noch 167,7 Millionen Euro von Patienten gezahlt, vier Jahre später waren es nur noch 149,8 Millionen Euro. Eine Ursache liegt in der kontinuierlich wachsenden Zahl von Zuzahlungsbefreiungen. Rund 40 Prozent aller Patienten, die eigentlich eine Praxisgebühr zahlen müssten, sind heute befreit, schätzt die KVN.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Prävention besser als Praxisgebühr

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