Erklärung zum WHS-Abschluss

Diese Themen werden die Zukunft prägen

Klimawandel, Zugang zu Gesundheitsleistungen und die digitale Transformation sind nach Auffassung der M 8 Alliance des World Health Summit weltweit die entscheidenden Zukunftsthemen.

Von Anno Fricke Veröffentlicht: 30.10.2019, 11:36 Uhr
Diese Themen werden die Zukunft prägen

Ein Ziel für die Zukunft: Zugang zu Gesundheitsleistung für alle.

© Beermedia / fotolia.com

Berlin. Der World Health Summit in Berlin ist am Dienstagnachmittag zu Ende gegangen. Zum Abschluss forderte der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, von der internationalen Gemeinschaft den politischen Willen ein, Gesundheit als Menschenrecht zu verwirklichen. „Wir erleben beispielloses politisches Engagement für die Gesundheit. Es gab noch nie eine bessere Gelegenheit für Zusammenarbeit, um die Gesundheit von Milliarden Menschen zu verbessern“, zeigte sich Ghebreyesus optimistisch.

Die Zeit der nationalen Alleingänge sei vorbei, sagte Professor Detlev Ganten, Präsident des WHS, bei der Abschlussveranstaltung. Gesundheitsaspekte müssten in allen Politikfeldern verankert werden.

Die M8 Allianz des WHS, ein Zusammenschluss aus 28 Akademischen Gesundheitszentren und Universitäten in 19 Ländern und den wissenschaftlichen Nationalakademien in 130 Ländern, hat Politiker und Regierungen in einer am Dienstag verbreiteten Erklärung aufgefordert, wissenschaftliche Erkenntnisse in die politische Praxis zu übernehmen. Nur so könne eine gesündere und sicherere Welt gewährleistet und die Ziele für nachhaltige Entwicklung erreicht werden.

Kernpunkte der Erklärung sind

  • Klimawandel als größte Gesundheitsbedrohung der Welt, die die Gesundheit der Menschen direkt betrifft.
  • Zugang zu Gesundheitsleistungen für alle, um die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen zu erreichen. Manko: Derzeit erhalten rund 3,5 Milliarden Menschen auf der Welt nicht die Gesundheitsleistungen, die sie benötigen.
  • Die grundlegende und rasante Veränderung der Gesundheitsversorgung durch Digitalisierung. Die M 8 Allianz zeigt sich überzeugt, dass digitale Technologien Gesundheitsversorgung und Pflege künftig prägen werden. Gleichzeitig gebe es dabei große Ungleichgewichte zwischen Ländern und innerhalb der Länder zwischen Bevölkerungsgruppen. (af)

Der World Health Summit wurde 2009 an der Charité gegründet und steht unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel, des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, des Präsidenten der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, sowie des Generaldirektors der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus.

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Kommentare
Dr. Schätzler

"Hauptsache gesund"?
Auf dem World Health Summit fordert WHO-Chef und Kollege Ghebreyesus den politischen Willen, Gesundheit als Menschenrecht zu verwirklichen. "Wir erleben beispielloses politisches Engagement für die Gesundheit". Der Klimawandel sei die größte globale Gesundheitsbedrohung.
Was ist daran falsch?
1. Wer abstrakte Gesundheits-Begrifflichkeiten in den Vordergrund stellt, missachtet Krankheit und Krankheitsentitäten.
2. Allzu positivistische Konnotationen von Gesundheit diskriminieren Kranke, akute und/oder chronische Krankheiten bzw. Bewältigungs- und Überwindungsstrategien.
3. Die Arbeit von Ärztinnen und Ärzten als Experten für Krankheitsentitäten in Klinik und Praxis, Forschung und Entwicklung, Versorgung und Betreuung gerät unter reinen Gesundheitsaspekten ins Hintertreffen.
4. Der Klimawandel kann sich bezogen auf die generelle Bedrohungen durch pathologische Ursachen allenfalls marginal auswirken. Krankheitsentitäten sind ebenso ubiquitär wie universell.


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