Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft

Digitale Helfer nicht nur Schnickschnack

Lob für Spahns Vorstoß bei Gesundheits-Apps. Aber: Die medizinische Qualität der Apps muss gesichert sein.

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Berlin. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) befürwortet den Einsatz von Gesundheits-Apps. Sie könnten Patienten und ihr Umfeld für die Symptome eines Schlaganfalls sensibilisieren und so helfen, dass Betroffene schneller medizinisch versorgt werden. Die Fachgesellschaft begrüßt deshalb nach eigenem Bekunden den Vorstoß des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) ab 2020 Gesundheits-Apps auf Rezept einzuführen.

Ab Januar greift das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) mit dem Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Einsatz von Apps auf Kasse bundesweit ermöglicht.

Allerdings mahnt die DSG, dass bestimmte Qualitätskriterien eingehalten werden müssten. „Wenn Apps in der Schlaganfalltherapie eingesetzt werden, dann müssen sie einfach zu handhaben sein und zugleich einen hohen Nutzen haben“, so DSG-Pressesprecher Professor Wolf-Rüdiger Schäbitz.

„Auch für die Therapie eines Schlaganfalls bieten sich Apps an“, ergänzt Schäbitz, der Chefarzt der Klinik für Neurologie am Evangelischen Klinikum Bethel in Bielefeld ist. Dies gelte etwa für die Unterstützung der Sprachtherapie nach einem Schlaganfall. Die Kosten für solche unterstützenden Apps würden teilweise bereits von den Kassen übernommen. So trage beispielsweise die IKK gesund plus seit Ende 2018 die Kosten für eine Gesundheits-App, die die Arbeit des Sprachtherapeuten ergänzen und unterstützen soll, heißt es. „Der Patient kann selbst noch mehr zum Therapieerfolg beitragen, weil die Übungen nicht auf den Besuch beim Logopäden beschränkt sind“, betont Schäbitz. „Eigeninitiative hilft bei der Rehabilitation!“

Es gäbe aber auch viel Schnickschnack auf dem Markt, der keinen wirklichen Nutzen für Ärzte und Patienten habe. Der Qualitätsscheck durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sei deshalb sehr relevant. (eb)

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