Wegen Coronavirus-Pandemie

Digitaler Tag der Organspende am 6. Juni

Über 9200 Patienten warteten 2019 auf ein Spenderorgan. Der Tag der Organspende ist da ein wichtiges Instrument der Öffentlichkeitsarbeit. Erstmals in seiner Geschichte findet er dieses Jahr nur digital statt.

Veröffentlicht:

Frankfurt/Main. Verschieben war keine Alternative: Der Tag der Organspende wird seit 37 Jahren am 6. Juni begangen. Als Tag des Dankes gegenüber allen Organspendern und ihren Angehörigen, der Aufklärung und des Anstoßes für jeden Einzelnen, sich mit der Organspende auseinanderzusetzen, so die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO).

Dieses Jahr hat das Corona-Virus die Organisatoren, zu denen auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zählt, aber vor eine besondere Herausforderung gestellt: Erstmals seit Bestehen des Tages der Organspende wird es am ersten Samstag im Juni keine zentrale Vor-Ort-Veranstaltung geben. Dieses Jahr wäre die Stadt Halle (Saale) Gastgeber gewesen.

Virtuelle Events und Aktionen

Stattdessen fänden die Begegnungen mit Menschen, deren Schicksale eng mit der Organspende verbunden sind, nun ausschließlich online statt, erklärt die DSO. Virtuelle Events und Aktionen auf der neuen Homepage sowie den sozialen Netzwerken von Facebook, Instagram und YouTube sollen demnach den Tag der Organspende begleiten.

Wie wichtig es trotz der gesetzgeberischen Maßnahmen ist, die Menschen weiterhin für das Thema Organspende zu sensibilisieren, zeigen die Daten, die DSO und BZgA regelmäßig zusammentragen: Ende vergangenen Jahres warteten laut dem DSO-Jahresbericht 2019 mehr als 9200 Patienten auf ein Spenderorgan.

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der postmortalen Organspender dabei im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht gesunken: 932 Menschen haben 2019 nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet. 2018 waren es 955 Organspender gewesen, 2017 allerdings nur 797 (siehe nachfolgende Grafik).

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Datawrapper Um mit Inhalten aus Datawrapper zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte aus Sozialen Netzwerken und von anderen Anbietern angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Weitere Information dazu finden Sie hier.

Nach dem 2010 bekannt gewordenen Organallokationsskandal wurde zwar viel daran gesetzt, wieder das Vertrauen der Bevölkerung in die Organspende zu stärken – 2010 lag die Zahl der postmortalen Organspender noch bei 1296 –, doch die Schwankungen bei den Spenderzahlen weisen darauf hin, dass eben noch viel getan werden muss.

Vor allem braucht es eine breite öffentliche Debatte darüber, wie Organspende abläuft und wo Spendewillige ihre Daten sicher hinterlegen können. Ausgelöst durch die Debatte im Bundestag über die Reform der Organspendeentscheidung, die im Januar im „Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft“ mündete, verzeichnete die BZgA just in diesem Monat mit rund 740 .000 immerhin doppelt so viele Bestellungen beim Organspendeausweis als im Schnitt in einem Monat des Vorjahres.

Dabei legt auch eine repräsentative Umfrage der BZgA unter mehr als 4000 Bundesbürgern zwischen 14 und 75 Jahren nahe, dass die Bundesbürger prinzipiell zur Organspende bereit sind – und dies schon seit Jahren: Bereits 2010 lag der Wert derer, die der Organspende positiv gegenüberstehen bei 79 Prozent, 2018 waren es sogar 84 Prozent. (reh)

Infos zum digitalen Organspendetag: www.organspendetag.de

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gegen den Organmangel

Transplantationsgesetz: Das ändert die Nieren-Überkreuzspende

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

© Paolese / stock.adobe.com (Model mit Symbolcharakter)

Neuer Therapieansatz bei erektiler Dysfunktion

Leitliniengerechte Therapie mit DiGA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Kranus Health GmbH, München
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Neue S1-Leitlinie

Verätzung am Auge: Erst spülen, und dann?

Lesetipps
Junge Frau im Rollstuhl

© Julia Zavalishina / stock.adobe.com

Interview

Was eine gute Reha beim Post-COVID-Syndrom ausmacht