Arzneimittel

EU-Kommission bleibt cool bei der Post-Brexit-Versorgung

Hamstern von Medikamenten nicht nötig: Die EU-Kommission sieht die Union gut für den Brexit gerüstet.

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Raus aus der Euroäischen Union: Wann – und ob überhaupt – der Brexit aber genau kommt, weiß derzeit niemand.

Raus aus der Euroäischen Union: Wann – und ob überhaupt – der Brexit aber genau kommt, weiß derzeit niemand.

© Ddurrich / Getty Images / iStock

BRÜSSEL. Die EU-Kommission versuchte es mit Gelassenheit: Die Mitteilung, die die Brüsseler Behörde am Donnerstag veröffentlichte, wimmelt von Formulierungen, die Hoffnung machen sollen, dass es bei der Arzneimittelversorgung nicht zu größeren Problemen durch den EU-Austritt Großbritanniens kommt. „Die Mitgliedstaaten sind bereit für alle Veränderungen, die sich im Zuge eines Brexit ergeben werden“, betonte Vizepräsident Jyrki Katainen.

Schwerwiegender könnten die Probleme bei Medizinprodukten sein. Sollte Großbritannien sich doch noch für den Austrittsvertrag entscheiden, wird es keine Schwierigkeiten geben, da in diesem Fall bisher gültige Zertifikate zumindest bis Ende 2020, möglicherweise sogar bis Ende 2022, automatisch verlängert werden.

Lizenzen müssen übertragen werden

„Die Behörden der EU können die britischen Unternehmen nicht zum Handeln zwingen“, heißt in der Mitteilung der Kommission. Wenn beispielsweise ein Hersteller seine Produktion von der Insel auf den Kontinent verlagern wolle, bedürfe es dazu einer Übertragung der bisherigen Lizenzen für human- und tiermedizinische Produkte.

Bereits seit Mai 2017 habe man in Brüssel die Hersteller im Vereinigten Königreich darauf hingewiesen. Von daher, so Katainen, gehe man davon aus, dass „das Risiko von Störungen der Versorgung durch Medizinprodukte stark reduziert“ wurde. Inzwischen scheint die Kommission auch bereit, einigen Unternehmen eine befristete Befreiung einzuräumen. Dies sei aber höchstens „für einen kurzen Zeitraum“ möglich, heißt es weiter.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte Ende März davor gewarnt, dass im Falle eines harten Brexit „zehntausende Medizinprodukte ihre formelle Verkehrsfähigkeit in der EU-27 verlieren“ könnten.

Brüssel fürchtet keine Probleme bei Sicherheit

Entspannung dagegen beim Thema Sicherheit: In Brüssel zeigte man sich davon überzeugt, dass es „keine Gefahr für die Sicherheit von Pharmazeutika“ geben wird. Alle Aufsichtsbehörden auf europäischer wie nationaler Ebene würden „die Wirksamkeit aller Präparate in gleicher Weise wie vor dem Brexit überwachen“.

Das betreffe auch die Evaluierung der Medikamente, die sowohl von der EU-Arzneiagentur EMA wie von den nachgeordneten Institutionen ohne Einschränkungen fortgesetzt würden.

Für Patienten hält die EU-Kommission den Ratschlag bereit, sich nicht präventiv mit notwendigen Arzneimitteln einzudecken. „Die Versorgung ist gesichert“, und es sei wichtig, dass die Betroffenen nur die übliche Menge erhalten, um eine reibungslose Behandlung zu gewährleisten.

Dies gelte, so die Behörde, auch für Präparate für Haustiere wie Hunde oder Katzen, die im Übrigen auch weiter ohne Probleme nach Großbritannien ausgeführt oder wieder zurückgebracht werden könnten. (ded)

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