EU verpflichtet Hersteller: Patienteninfo muss verständlich sein

Die EU-Kommission hat ein striktes Reglement für Arznei-Informationen der Hersteller beschlossen.

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Die Industrie soll verpflichtet werden Patienten ergänzende Informationen über verschreibungspflichtige Arzneimittel zur Verfügung stellen, so der EU-Kommissar John Dalli in Brüssel.

Die Industrie soll verpflichtet werden Patienten ergänzende Informationen über verschreibungspflichtige Arzneimittel zur Verfügung stellen, so der EU-Kommissar John Dalli in Brüssel.

© dpa

BRÜSSEL (maw). Medikamenten-Informationen der Arzneimittelhersteller für Patienten müssen in der Europäischen Union (EU) objektiv, zutreffend und frei von Werbung sein. Dazu hat die Europäische Kommission am Dienstag überarbeitete Vorschlägen verabschiedet.

Demnach soll weiterhin ein allgemeines Werbeverbot für die betroffenen Arzneien gelten.

Gleichzeitig wird die Industrie laut Kommission dazu verpflichtet, mit Etiketten und Packungsbeilagen sowie auf amtlich registrierten Websites sachliche und klar verständliche Informationen über ihre Arzneimittel bereitzustellen.

"Rechte, Interesse und Sicherheit der Patienten im Vordergrund"

John Dalli, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, akzentuierte vor allem die gestärkten Verbraucherrechte.

"Die überarbeiteten Vorschläge stellen die Rechte, die Interessen und die Sicherheit der Patienten in den Vordergrund. Sie verpflichten die Industrie, den Patienten bestimmte Schlüsselinformationen zur Verfügung zu stellen, und stellen klare Regeln für ergänzende, freiwillige Informationen über verschreibungspflichtige Arzneimittel auf", sagte Dalli am Dienstag in Brüssel.

Verbreitung über Fernsehen und Radio nicht erlaubt

Nur bestimmte, qualitativ hochwertige Infos zu Rx-Arzneien sind zulässig. Dazu zählten Informationen auf dem Etikett und der Packungsbeilage, über Preise und klinische Versuche sowie Gebrauchsanweisungen. Eine Veröffentlichung in allgemeinen Printmedien oder eine Verbreitung über Fernsehen und Radio sei nicht erlaubt.

Dritte, wie die Presse oder Patientenverbände, sollten ihre Meinung zu verschreibungspflichtigen Arzneien weiter frei äußern dürfen, sofern sie unabhängig von der Industrie handeln. Die Vorschläge werden nun von den EU-Mitgliedstaaten und dem Europaparlament verhandelt.

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