Kommentar

Ein Arztreport und viele Fragen

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 21.01.2010, 14:57 Uhr

Die Zahl ist beeindruckend: Laut Arztreport 2010 der Barmer GEK gingen die Versicherten in Deutschland im Jahr 2008 durchschnittlich 18,1 Mal zum niedergelassenen Arzt. Das ist auffallend mehr als in anderen Ländern.

Diese Auswertung bietet Anlass für mannigfaltige Interpretationen. Wenn die Versicherten so häufig in die Praxen gehen, kann das heißen, dass die Ärzte das Gesundheitssystem ausnutzen, dass die Patienten zu dumm sind, mit dem System angemessen umzugehen, oder dass die Fehler im System liegen.

Man kann in den Daten Belege finden, dass die Hausärzte eine stärkere Steuerungsfunktion erhalten müssen oder dass die ärztlichen Fachgruppen auch mit anderen Berufsgruppen besser vernetzt werden müssen. Es ist richtig und wichtig, alle Interpretationsmöglichkeiten auf ihre Tragfähigkeit zu überprüfen und wo nötig für Abhilfe zu sorgen.

Falsch wäre aber, aus ihnen voreilige Schlüsse zu ziehen - gerade wenn es um den Vergleich mit anderen Ländern geht. Um den niedrigschwelligen flächendeckenden Zugang zur ambulanten Behandlung wird Deutschland im Ausland häufig beneidet. Dieses Angebot hat aber seinen Preis - die hohe Zahl von Arztkontakten gehört dazu.

Lesen Sie dazu auch: "Steilvorlage für unsere Hausarztverträge" Kasse beklagt "Arztrennerei" der Deutschen

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