MRE-Netzwerk

Erfolgsbilanz im Norden

Das MRE-Netzwerk im Kreis Herzogtum Lauenburg hat seit 2011 immer mehr Mitstreiter gewinnen können. Geholfen hat vor allem eine Einsicht.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:
Händedesinfektion in einer Arztpraxis: Die Mitglieder im MRE-Netz haben sich sektorenübergreifend auf Maßnahmen verständigt.

Händedesinfektion in einer Arztpraxis: Die Mitglieder im MRE-Netz haben sich sektorenübergreifend auf Maßnahmen verständigt.

© Volker Witt / Fotolia.com

RATZEBURG. Das im vergangenen Jahr gegründete MRE-Netzwerk (Netz gegen multiresistente Erreger) im Kreis Herzogtum Lauenburg (Schleswig-Holstein) zieht eine positive Zwischenbilanz. Das Interesse ist auch im ambulanten Bereich hoch.

Außer Kliniken und niedergelassene Ärzte engagieren sich auch Ärztekammer, KV, Rettungsdienst, Alten- und Pflegeheime sowie ambulante Pflegedienste im MRE-Netzwerk, dessen Federführung beim Kreisgesundheitsamt in Ratzeburg liegt.

Nur der gemeinsame Einsatz verspricht nach Ansicht von Dr. Eckhart Fink Erfolg. "Eine einzelne Einrichtung kann diesem Problem nicht Herr werden", sagt der Amtsarzt und Leiter des Fachdienstes Gesundheit in der Kreisverwaltung, die in der Vergangenheit mehrfach mit MRE-Infektionen im Kreis zu tun hatte.

Inzwischen haben sich die Beteiligten sektorenübergreifend auf Maßnahmen im Kampf gegen multiresistente Erreger verständigt.

Antibiotika - nicht prinzipiell schlecht

Dazu gehört auch ein MRSA-Übergabebogen, der dem Weiterbehandelnden alle wichtigen Informationen zum MRSA-Patienten auf einen Blick vermittelt.

Auf dem Bogen sind etwa Sanierungsstatus, Sanierungsgrundsätze und die Kontrolle des Sanierungserfolges vermerkt. Ziel des Bogens ist es, dass an den Schnittstellen der Sektoren künftig so wenig Information wie möglich verloren geht.

Zugleich wollen die Beteiligten präventiv wirken - die Einnahme von Antibiotika ist nach Ansicht Finks ein wesentlicher Grund für die Ausbreitung multiresistenter Erreger.

Zwei von der Bertelsmann-Stiftung erstellte Informationen, die Fakten über Antibiotika vermitteln, werden unter anderem über Arztpraxen verbreitet.

In einem Ratgeber werden Eltern aufgeklärt, wogegen Antibiotika bei kranken Kindern wirken, wann sie eingenommen  werden müssen und wann nicht.

Zugleich warnten Netzvertreter vor einer undifferenzierten Ablehnung von Antibiotika. Dr. Roland Preuss vom DRK-Krankenhaus Ratzeburg stellte klar: "Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass Antibiotika prinzipiell schlecht sind. Ein Verzicht kann gefährlich sein."

Das Netz im Südosten des Landes ist kein Einzelfall. Landesweit informieren die schleswig-holsteinischen Gesundheitsbehörden im Web zum Thema: www.sh-mre.de

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