Arzneimittelpolitik

Erhöhter Zwangsrabatt dämpft die Arzneimittelausgaben

19,4 Milliarden Euro hat die GKV bis August für Arzneien ausgegeben. Ein Plus von 3,2 Prozent.

Von Dr. Florian Staeck Veröffentlicht: 08.10.2010, 14:59 Uhr

FRANKFURT/MAIN. Ein Sondereffekt durch die Gesundheitsreform hat die Ausgabenentwicklung bei Arzneimitteln im August gedämpft. Insgesamt haben die Krankenkassen 2,269 Milliarden Euro dafür ausgegeben, teilt das Beratungsunternehmen IMS Health mit. Das sind mehr als 300 Millionen Euro weniger als noch im Juli.

Ein Grund für diese Entwicklung ist der seit August um zehn Prozentpunkte auf 16 Prozent erhöhte Zwangsrabatt, den Hersteller für Präparate ohne Festbetrag zahlen müssen. Als Folge beläuft sich das Volumen der Rabatte zugunsten der Kassen im August auf rund 173 Millionen Euro, im Vorjahresmonat waren es 73 Millionen Euro. Seit Jahresbeginn kumulieren sich die Zwangsrabatte auf 733 Millionen Euro, im gleichen Zeitraum 2009 waren es 600 Millionen Euro.

Als Folge haben sich im August die Arzneiausgaben lediglich um 1,9 Prozent im Vergleich zum August 2009 erhöht. Anders als der Umsatz legt die Zahl der von Ärzten verordneten Packungen deutlich um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 51 Millionen zu.

Enthalten in den Gesamtausgaben von 2,269 Milliarden Euro sind auch Vakzine, deren Umsatz sich auf 93 Millionen Euro beläuft. Dabei sinken die Ausgaben für Einfachimpfstoffe weiterhin stark auf zuletzt 66 Millionen Euro. Gegen den Trend verzeichnen Mehrfachimpfstoffe ein Umsatzplus von vier Prozent auf 27 Millionen Euro.

Auf den Zeitraum von Januar bis August gesehen ergeben sich für Arzneimittel und Impfstoffe in der GKV Ausgaben von 19,408 Milliarden Euro (plus 3,2 Prozent). Die Packungszahl bleibt mit 443 Millionen praktisch stabil (plus 0,1 Prozent).

Ärzte haben in den vergangenen Monaten häufiger als bisher N3-Großpackungen verordnet. Ihr Anteil nahm beispielsweise bei patentgeschützten Präparaten binnen Jahresfrist von 45,8 auf 49,2 Prozent im Juli 2010 zu. Dieser Trend ist besonders deutlich bei innovativen Präparaten, die in den vergangenen zwei Jahren eingeführt worden sind. Ein Motor der N3-Verordnungen sind auch Medikamente unter Rabattvertrag. Dort liegt der Anteil von N3-Rezepten mit 57 Prozent zehn Prozentpunkte höher als bei Arzneien ohne Rabatt.

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