Kommentar

Falsches Sparen bei den Kleinen

Von Rebecca Beerheide Veröffentlicht:

Morgens halb zehn in Deutschland: Kinder in der Grundschule packen ihr Pausenbrot aus. Seit Jahren sehen Pädagogen in der Frühstücksbox selten Obst oder Brot, sondern Milchschnitte und Nutella-Sticks - falls die Kinder überhaupt ein Pausenbrot dabei haben. Ein Programm der EU will nun Kinder an Schulen, die sich für ein entsprechendes Projekt bewerben, mit frischem Obst versorgen. Nach den Regeln der EU müssen die Staaten den gleichen Betrag, den die EU als Förderung ausgibt, noch einmal dazu legen. Für eine bessere Ernährung sind es in diesem Fall für die 16 Bundesländer insgesamt 20 Millionen Euro pro Schuljahr. Trotz Bundesratbeschluss gibt es keine gemeinsame Linie, viele Länder sehen sich nicht in der Lage, ein bis zwei Millionen Euro bereitzustellen. Kritiker sehen außerdem eine weitere Subventionierung der Bauern, die das Obst liefern sollen.

Dabei trifft die Ablehnung des Programms besonders Schüler aus sozial schwachen Familien, die ja besonders gefährdet sind, an den Folgen ungesunder Ernährung zu erkranken. Wenn Kinder auch in der Schule an gesunde Ernährung gewöhnt werden, sind sie später bereit, auf Fastfood zu verzichten. Einige Länder wollen auf Kosten der Kleinen sparen - und produzieren die Kranken von morgen.

Lesen Sie dazu auch: Schulobst-Programm trifft auf taube Ohren Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Obst für 36 Euro pro Kind ist vielen Bundesländern zu teuer

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