Direkt zum Inhaltsbereich

Zahnmedizin

GBA erweitert Leistungen für Kinder

Veröffentlicht:

BERLIN. Kinder haben künftig einen umfassenderen Anspruch auf zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen und Vorsorgemaßnahmen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) am Donnerstag beschlossen.

Um das Auftreten frühkindlicher Karies zu reduzieren, werden erstmals Kleinkinder unter drei Jahren einbezogen.

Die wichtigsten Neuerungen:

- Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen können künftig bereits ab dem sechsten Lebensmonat in Anspruch genommen werden. Bislang ist dies erst für Kinder ab dem dritten Lebensjahr vorgesehen.

- Bei den neu eingeführten Untersuchungen vor dem 34. Lebensmonat soll der Zahnarzt die Betreuungspersonen zum Beispiel auch über die Ursachen von Erkrankungen im Mund aufklären und in der Anamnese die Anwendung von Fluoridierungsmitteln wie Zahnpasta erfragen.

- Das Auftragen von Fluoridlack zur Zahnschmelzhärtung wird für Kinder zwischen dem sechsten und dem 34. Lebensmonat Kassenleistung. Der neue Anspruch besteht zweimal je Kalenderhalbjahr. (chb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Vier Einwände von Herzpatienten im Evidenzcheck

© imran kadir photography | Getty Images

Impfskepsis in der Praxis

Vier Einwände von Herzpatienten im Evidenzcheck

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Gut organisiert in die Grippesaison starten

© Abraham Gonzalez Fernandez | Getty Images

Impfmanagement

Gut organisiert in die Grippesaison starten

Anzeige | Viatris Germany GmbH
„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

© SrdjanPav | Getty Images

Impfkommunikation

„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Kommentare
Peter Friemelt 18.01.201916:41 Uhr

Patientenvertretung im G-BA: Frühkindliche Karies – Chancen vertan – Versorgungschaos befürchtet

Berlin, 17.01.2019. Die Patientenvertretung sieht das kritisch, wie diese Mitteilung zeigt:
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat im heutigen Plenum die Neufassung der Richtlinie über die Früherkennungsuntersuchungen auf Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten beschlossen.
Aus Sicht der Patientenvertretung verfehlen die Neuregelungen mit der Schaffung neuer Zahnvorsorge-Untersuchungen die eigentliche Zielgruppe und das eigentliche Ziel, nämlich frühkindliche Karies zu verhindern. Neben der etablierten Gruppenprophylaxe und den kinderärztlichen Untersuchungen (Gelbes Heft) sollen Eltern nun auch noch zusätzlich regel-mäßig ab dem 6. Lebensmonat mit ihrem Kind zum Zahnarzt gehen.
„Damit wurde leider ein Beispiel für das Präventionsdilemma geschaffen“, so Prof. Raimund Geene, ständiger Patientenvertreter im Unterausschuss Methodenbewertung. „Wir wissen, dass in einigen Familien mit besonderer Sozialstruktur Karies häufiger ist und zudem die Inanspruchnahme zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen hier geringer ausfällt.“ Die Patientenvertretung fordert daher die Stärkung von zielgruppenspezifischen Maßnahmen als Gruppenprophylaxe. Die Betreuungsquote von Kindern steigt im Krippenalter immer weiter an und damit kommt den Kindertagesstätten hier eine zentrale Rolle zu.
Außerdem betonte die Patientenvertretung in den Beratungen die bereits erfolgten Überarbeitungen der etablierten U-Untersuchungen in der Kinderarztpraxis. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt berät hier Eltern zur Mundhygiene als auch zur zahnschonenden Ernährung und schaut Kindern ab einem halben Jahr in den Mund. Zeigen sich Auffälligkeiten an Zäh-nen oder Schleimhaut überweist der Kinderarzt die Familie zum Zahnarzt. „Der Ansatz über den Kinderarzt hat den Vorteil, dass hier eine hohe Inanspruchnahme gewährleistet ist. Da-mit erreichen wir auch diejenigen, die es insbesondere brauchen und die ohne Hinweise durch den Kinderarzt nicht in eine Zahnarztpraxis gehen. Zudem wird auch noch die jodhaltige Salzaufnahme propagiert“, so Prof. Raimund Geene. Mit den Neuregelungen wurden nun parallele Strukturen aus Vorsorgeuntersuchungen geschaffen anstatt die Zusammenarbeit zwischen Kinderärzten und Zahnärzten zu stärken.
Die Beratungen im G-BA gehen auf das Präventionsgesetz aus 2015 zurück. Darin wurde dem G-BA die Aufgabe zugesprochen, das Nähere zur Ausgestaltung der zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen zur Vermeidung von frühkindlichen Karies zu regeln.
Ansprechpartner: Prof. Raimund Geene, DAG SHG, raimund.geene@charite.de, Tel: 0173-2903232

Peter Friemelt, Patientenvertreter im G-BA

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Alle Diabetes-Patienten gegen Herpes zoster impfen?

Euglykämische diabetische Ketoazidose

Kasuistik: Seltene Nebenwirkung unter SGLT2-Hemmern

Lesetipps
Illustration eines molekularen Modells von Messenger RNA.

© Dr_Microbe / Getty Images / iStock

Personalisierte mRNA-Therapien

Verheißungsvolle RNA-Krebsimpfstoffe: Wo steht die Forschung gerade?

Ein Mann niest und putzt sich die Nase.

© Dragana Gordic / stock.adobe.com

Kasuistik

Plötzliche Niesanfälle bringen Mann in Lebensgefahr

Auch 2024 war die Sterblichkeit durch Herzerkrankungen in Deutschland insgesamt erneut leicht rückläufig

© Rosi / stock.adobe.com / Generated with AI

Herzbericht 2026

Das sind die aktuellen Trends in der Herzmedizin