Planungsrelevante Klinikqualität

GBA legt erste Ergebnisse zu Qualitätsindikatoren vor

Künftig soll die Qualität darüber entscheiden, ob eine Klinik am Netz bleiben darf. Der GBA hat nun die Ergebnisse für die ersten planungsrelevanten Qualitätsindikatoren veröffentlicht.

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BERLIN. Die Qualitätsindikatoren für Kliniken sind umstritten. Am Mittwoch hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) nun seinen ersten Bericht über Qualitätsergebnisse veröffentlicht, die für die Krankenhausplanung relevant sind. Dabei zeigt sich, dass die Mehrzahl der betroffenen Kliniken im System offenbar ganz gut abschneidet.

Zu elf Qualitätsindikatoren aus den Bereichen Geburtshilfe, gynäkologische Operationenund Mammachirurgie hat das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) im Auftrag des GBA die Daten von 1084 Krankenhäusern aus dem Jahr 2017 ausgewertet. Eine unzureichende Qualität bescheinigte das IQTIG

im Bereich der Geburtshilfe von den 713 bewerteten Kliniken:

  • für den Qualitätsindikator „Anwesenheit eines Pädiaters bei Frühgeburten“ neun;
  • für den Qualitätsindikator „Antenatale Kortikosteroidtherapie bei Frühgeburten mit einem präpartalen stationären Aufenthalt von mindestens zwei Kalendertagen“ drei,
  • für den Qualitätsindikator „Perioperative Antibiotikaprophylaxe bei Kaiserschnittentbindung“ keiner,
  • für den Qualitätsindikator „E-E-Zeit bei Notfallkaiserschnitt über 20 Minuten“ zwölf und
  • für den Qualitätsindikator „Qualitätsindex zum kritischen Outcome bei Reifgeborenen“ vier Krankenhäusern;

im Bereich gynäkologische Operationen von den 1076 bewerteten Kliniken

  • für den Qualitätsindikator „Vollständige Entfernung des Ovars oder der Adnexe ohne pathologischen Befund“ drei,
  • für den Qualitätsindikator „Fehlende Histologie nach isoliertem Ovareingriff mit Gewebeentfernung“ neun und
  • für den Qualitätsindikator „Verhältnis der beobachteten zur erwarteten Rate (O/E) an Organverletzungen bei laparoskopischer Operation“ einem Krankenhaus.

im Bereich Mammachirurgie von den 626 bewerteten Kliniken

  • für den Qualitätsindikator „Primäre Axilladissektion bei DCIS“ keiner,
  • für den Qualitätsindikator „Intraoperative Präparatradiografie oder intraoperative Präparatsonografie bei sonografischer Drahtmarkierung“ 28 und
  • für den Qualitätsindikator „Intraoperative Präparatradiografie oder intraoperative Präparatsonografie bei mammografischer Drahtmarkierung“ vier Krankenhäusern.

Hecken: Auf Versorgungsmängel reagieren

„Die Länder sollten die nun vorliegenden Ergebnisse und die damit verbundene Möglichkeit nutzen, auf Versorgungsmängel zu reagieren und mit Blick auf eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung abwägen, wie die Krankenhausplanung entsprechend ausgerichtet werden kann“, so der unparteiische Vorsitzende des GBA, Professor Josef Hecken.

Er kündigte an, dass der GBA das Instrument der Qualitätsindikatoren weiter ausbauen werde. Zudem werde man evaluieren, wie die Qualitätsindikatoren in den für die Krankenhausplanung zuständigen Landesbehörden und von den Landesverbänden der Krankenkassen und den Ersatzkassen angenommen und genutzt werden. (reh)

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