Direkt zum Inhaltsbereich

90.000 Unterschriften an das BMG überreicht

Bundesverband niedergelassener Diabetologen: „GVSG bedroht Existenz vieler diabetologischer Schwerpunktpraxen“

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft und der Bundesverband niedergelassener Diabetologen fordern Korrekturen am geplanten Versorgungsgesetz. Stein des Anstoßes sind die geplanten Jahrespauschalen für chronisch Kranke. Auch der BDI meldet sich zu Wort.

Veröffentlicht:
Untersuchung in einer Arztpraxis: Ist die Diabetesversorgung in Gefahr?

Untersuchung in einer Arztpraxis: Ist die Diabetesversorgung in Gefahr?

© Pixel-Shot / stock.adobe.com

Berlin. Diabetologinnen und Diabetologen drängen auf Nachbesserungen am geplanten Versorgungsstärkungsgesetz (GVSG). Mehrere Verbände überreichten dem Abteilungsleiter Gesundheitsversorgung im Bundesgesundheitsministerium, Michael Weller, am Freitag eine Petition, für die mehr als 90.000 Unterschriften gesammelt wurden. Bei der Unterschriftenübergabe waren auch Patientinnen und Patienten anwesend.

„Der derzeitige Entwurf des GVSG bedroht die Existenz vieler diabetologischer Schwerpunktpraxen und damit ganz unmittelbar die künftige Versorgung von chronisch und schwer an Diabetes erkrankten Menschen“, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes niedergelassener Diabetologen (BVND), Dr. Iris Dötsch. Auch Dr. Tobias Wiesner, Vorstandsmitglied der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), warnte, die Zukunft diabetologischer Schwerpunktpraxen sei mit dem Entwurf zum GVSG in „akuter existenzieller Gefahr“.

Lesen sie auch

Ein Anlass der Sorgen ist die geplante Umwandlung der Quartalspauschalen zur hausärztlichen Chronikerversorgung in eine Jahrespauschale. Diese soll künftig nur von einer Arztpraxis abgerechnet werden können. Die „Problematik“ aus Sicht der diabetologischen Schwerpunktpraxen: Sie zählen zwar zum hausärztlichen Spektrum, sind meist aber Überweisungsempfänger. Die Praxen befürchten daher, bei der Chronikerpauschale am Ende leer auszugehen.

Appell an die Abgeordneten

Kritik an den Plänen äußerte auch die Präsidentin des Berufsverbands der Internistinnen und Internisten (BDI), Christine Neumann-Grutzeck. „Wer kriegt denn die Jahrespauschale? Die Patientinnen und Patienten gehen doch nicht nur zu einer Kollegin oder zu einem Kollegen“, sagte Neumann-Grutzeck am Rande einer Pressekonferenz zum diesjährigen BDI-Hauptstadtforum am Freitag in Berlin.

Lesen sie auch

Bei chronisch kranken Menschen seien regelmäßige Kontrolluntersuchungen nötig – nun drohe die Gefahr, dass bei nur einem ärztlichen Ansprechpartner der Patient am Ende „durchrutsche“ und die Versorgung leide. Sie könne sich auch nicht vorstellen, dass die Jahrespauschale so hoch liege wie die Quartalspauschalen zusammen, so die BDI-Chefin. „Ich bin eher dafür, dass man erbrachte Leistungen auskömmlich finanziert.“ Neumann-Grutzeck praktiziert in Hamburg als Fachärztin für Innere Medizin und Diabetologie.

Laut Diabetesgesellschaft sind in Deutschland derzeit neun Millionen Menschen an Diabetes mellitus erkrankt. „Es ist inakzeptabel, dass die Politik die medizinische Versorgung dieser Menschen aufs Spiel setzt, weil die erforderliche leitliniengerechte Behandlungsintensität und Behandlungsqualität nicht mehr vergütet werden kann, sagte Wiesner. Die Verbände appellierten daher an die Abgeordneten des Bundestages, den Entwurf zum GVSG „anzupassen und die Bedürfnisse von Menschen mit Diabetes endlich ernst zu nehmen“. (hom)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kommentar

Das letzte Wort über die HzV ist noch nicht gesprochen

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Erfahrungen eines Hausarztes

40 Prozent Home-Office für Ärzte: Wie das funktionieren kann

Bewusster Verzicht

Was bringt Fasten bei Schmerz?

Lesetipps
Darstellung des Herzpflasters auf einem Herzen.

© Universitätsmedizin Göttingen

Herzinsuffizienz

Erste klinische Studie belegt Wirksamkeit des Herzpflasters

Bus, der in Richtung Rauchfreiheit fährt.

© Thomas Reimer / stock.adobe.com

Zum Weltnichtrauchertag

Wie Sie Ihre Patienten beim Rauchstopp unterstützen können