Amtsübergabe

Gesundheitsminister Lauterbach skizziert erste Gesundheitspläne

Die Pandemiebekämpfung bezeichnet Karl Lauterbach als vordinglichste Aufgabe in seinem neuen Amt als Bundesgesundheitsminister. Aber auch andere Vorhaben umreißt er – die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung ist ein Teil.

Veröffentlicht:
Der neue und der alte Minister: Karl Lauterbach (li.) und Jens Spahn (Mitte) bei der Amtsübergabe im Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch.

Der neue und der alte Minister: Karl Lauterbach (li.) und Jens Spahn (Mitte) bei der Amtsübergabe im Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch.

© Thomas Ecke / BMG

Berlin. Der neue Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) hat die Bekämpfung der Corona-Pandemie als vordringlichste Aufgabe seines Hauses in den nächsten Monaten bezeichnet. „Wir werden das schaffen“, sagte Lauterbach bei der Amtsübergabe durch Ex-Minister Jens Spahn (CDU) am Mittwochnachmittag in Berlin. Zuvor war Lauterbach als Minister vereidigt worden.

Daneben gelte es, so Lauterbach, das „vor uns liegende Mangelsystem an hausärztlicher Versorgung abzufangen, wo wir es noch können“. Dafür brauche es deutlich mehr Medizinstudierende, „und wir müssen diese so ausbilden, dass sie in der Versorgung bleiben wollen“.

„Brauchen mehr Medizinstudierende“

Nötig seien auch Anreize, um die Arzneimittelforschung in Deutschland zu verbessern und zu intensivieren, sagte Lauterbach. Pflege sei „besser zu bezahlen und auszustatten“. In der Altenpflege müssten Pflegepersonalschlüssel greifen, um eine noch höhere Qualität in der Versorgung sicherzustellen. Eigenanteile von Heimbewohnern dürften betroffene Familien nicht „bedrängen und in Armut zwingen“, nannte Lauterbach weitere Baustellen.

Lesen sie auch

Als Gesundheitswissenschaftler gehe er aus „dieser Perspektive“ an die neue politische Aufgabe heran, sagte Lauterbach. „Gesundheitspolitik kann aus meiner Sicht nur dann erfolgreich sein, wenn sie sich in der Wissenschaft verankert findet, in der evidenzbasierten Medizin.“

Spahn räumt auch Fehler ein

Spahn betonte, die vergangenen Jahre an der Spitze des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) seien eine „intensive Zeit“ gewesen – auch schon vor Corona. Nahezu im Monatstakt seien Gesetze aufgeschrieben worden. „Uns ist vieles gelungen. Aber ich habe in dieser Pandemie auch manches falsch eingeschätzt, auch Fehler gemacht.“

Lesen sie auch

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im BMG und er hätten aber immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und entschieden, so Spahn. „Wir hatten nicht das Privileg, es im Nachhinein doch schon vorher gewusst zu haben. Denn wir mussten in der Situation entscheiden.“ Die Leitung des Ministeriums sei die „bisher größte Aufgabe seines Lebens“ gewesen – „mit allen Höhen und Tiefen“. Dennoch bereue er keinen Tag im Amt.

Spahn dürfte einer der bislang fleißigsten Gesundheitsminister Deutschlands gewesen sein. In gut dreieinhalb Jahren Amtszeit brachte er 38 Gesetze und 148 Verordnungen auf den Weg. (hom)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
Abb. 1: Risikoreduktion durch Bempedoinsäure gegenüber Placebo in der CLEAR-Outcomes-Studie für den primären 4-Komponenten-Endpunkt (A) und den sekundären 3-Komponenten-Endpunkt (B) stratifiziert nach Diabetes-Status

© Springer Medizin Verlag

Diabetes mellitus

Bempedoinsäure: Benefit für Hochrisiko-Kollektive

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Daiichi Sankyo Deutschland GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Stiftung Lebensblicke

Darmkrebs bei jungen Menschen: Entwarnung für Deutschland

Lesetipps
Männer spielen Beachvolleyball

© LuneVA/peopleimages.com / stock.adobe.com

Interview mit Physiotherapeutin

Bewegung bei Nackenschmerzen: Welcher Sport ist der richtige?