Coronavirus-Pandemie

Giffey: Gesundheitliche Lockdown-Folgen für Kinder „gravierend“

Mit Blick auf das nächste Bund-Länder-Treffen fordert Familienministerin Franziska Giffey, dass Kitas und Schulen schrittweise wieder geöffnet werden. Sie warnt: Der Corona-Lockdown treffe Kinder besonders hart.

Von Thomas HommelThomas Hommel Veröffentlicht:
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey stellte am Mittwoch bei einer Online-Pressekonferenz ihre Vorstellungen zur Öffnung von Kitas und Schulen vor.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey stellte am Mittwoch bei einer Online-Pressekonferenz ihre Vorstellungen zur Öffnung von Kitas und Schulen vor.

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Berlin. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat sich für eine schrittweise Wiederöffnung von Kitas und Schulen in der Corona-Pandemie ausgesprochen. Kitas und Schulen über Monate hinweg zu schließen, könne nicht die Lösung sein, sagte Giffey am Mittwoch.

Kinder- und Jugendärzte schlügen bereits jetzt Alarm, weil die gesundheitlichen Folgen des Lockdowns für junge Menschen „so gravierend sind“, sagte Giffey. Viele Kinder litten unter Bewegungsmangel und seien aufgrund anhaltender Isolation und Einsamkeit seelisch belastet.

Personal zweimal pro Woche testen

Daher müsse es mit Blick auf Kitas und Schulen mehr geben als die Alternative „auf oder zu“. Kinder und ihre Eltern bräuchten jetzt „deutliche Öffnungssignale“, so Giffey.

Das Öffnen müsse aber sicher vonstattengehen, betonte die Ministerin. Solange Erzieher keine Impfungen erhielten, sei Testen das Mittel der Wahl. Ziel müsse sein, das Kita-Personal mindestens zwei Mal pro Woche auf Corona zu testen.

Erzieher und Lehrer seien bei den Impfungen in der dritten Prioritätsgruppe eingruppiert, sagte Giffey. Im ersten Quartal seien sie daher absehbar noch nicht an der Reihe.

„Kinderschutz ist auch Gesundheitsschutz“

Bund und Länder wollen am kommenden Mittwoch über mögliche Lockerungen der Corona-Beschränkungen beraten. Ob die Runde sich auf eine Wiederöffnung der Kitas und Schulen verständigen könne, lasse sich „im Moment noch nicht so ganz einschätzen“, sagte Giffey.

Die Frage der Wiederöffnung hänge stark vom Infektionsgeschehen „und auch vom Mutationsgeschehen“ ab. Um Letzteres besser einschätzen zu können, würden die Sequenzierungen hochgefahren. Konkrete Erkenntnisse daraus lägen kommende Woche vor. „Dann wird man auch anhand der Mutationsentwicklung einschätzen müssen, inwieweit das verantwortbar ist.“ Die Wiederöffnung von Kitas und Schulen sei ein Abwägungsprozess. „Und Kinderschutz ist auch Gesundheitsschutz.“

Mit Blick auf das von ihr vorgeschlagene Ampel-Modell zur Kita-Öffnung erklärte Giffey: „Es gibt ein unterschiedliches Bild in den Ländern.“ Alle seien sich aber einig, dass es Öffnungsschritte geben müsse.

Ampel-Modell für Öffnung

Laut Ampel-Modell der Ministerin sollen die Zahl der infizierten Personen, die Zahl der Kinder in Quarantäne und die Zahl der Erzieher, die sich in Quarantäne befinden, über die Frage einer Kita-Öffnung entscheiden. Grundsätzlich nicht zum Einsatz kommen soll das Modell in den Regionen, wo es mehr als 200 Neuinfektionen binnen einer Woche je 100.000 Einwohner gibt oder sich eine Corona-Mutation stark ausbreitet.

In einigen Ländern war das Giffey-Modell auf Kritik gestoßen.

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