SARS-CoV-2

Grüne fordern Corona-Tests für alle Menschen in Hotspot-Regionen

Auf Corona testen, aber richtig. Die Grünen haben ein Konzept entwickelt: mit fünf Stufen und Tests für Jedermann und Jederfrau in Hotspot-Regionen. Und sie fordern Transparenz zur „Obergrenze“.

Von Denis Nößler Veröffentlicht: 10.05.2020, 14:40 Uhr
Grüne fordern Corona-Tests für alle Menschen in Hotspot-Regionen

Will ein Corona-Test-Stufenmodell: Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt.

© Michael Kappeler/dpa

Berlin. Die Grünen im Deutschen Bundestag fordern ein Stufenmodell für die Testung auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. „Wir schlagen vor, dass das Robert Koch-Institut fünf Corona-Warnstufen mit entsprechenden verbindlichen Testpflichten definiert“, heißt es in einem „Eckpunktepapier für bundesweite Kontrolle des Infektionsgeschehens“ der Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) „muss umgehend gemeinsam mit den Ländern und dem Robert-Koch-Institut ein verbindliches Test-Konzept in Kraft setzen“, sagte Göring-Eckardt. Das Dokument liegt der „Ärzte Zeitung“ vor. Zuerst hatte am Samstagabend der „Tagesspiegel“ berichtet.

Je nach Corona-Warnstufe für eine Region sollten dem Grünen-Konzept zufolge „stufenweise verschärfte Testregeln gelten“, will heißen: je mehr Fälle, desto mehr Stichproben-Tests an asymptomatischen Personen. „In Hotspots mit besonders vielen Infektionen sollten alle Menschen vorsorglich getestet werden“, fordert die Fraktion.

Und weiter: „Nur in Regionen mit der niedrigsten Corona-Warnstufe sollten entlang der bisherigen RKI-Empfehlungen lediglich Personen mit Symptomen getestet werden.“

Bund und Länder sollen Obergrenze erklären

In dem zuletzt am 6. Mai aktualisierten Flussschema zur Verdachtsabklärung empfiehlt das RKI eine COVID-19-Diagnostik bei „allen Patienten unabhängig von Risikofaktoren“ mit akuten respiratorischen Symptomen „jeder Schwere und/oder Verlust von Geruchs-/Geschmackssinn“. Die Testkriterien deutlich ausgeweitet hatte das Institut bereits Ende März.

Die Grünen fordern Bund und Länder außerdem zur Erklärung auf, wie sie die Obergrenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner festgelegt haben. Diese Grenze ist Teil der Beschlüsse von Bund und Ländern vom vergangenen Mittwoch. Für Regionen mit mehr Neuinfektionen binnen sieben Tagen sollen neue Beschränkungen greifen.

Die Amtsärzte hatten diese Obergrenze als zu hoch und indirekt als willkürlich kritisiert. „Die Zahl 50 ist eine mir nicht bekannte Zahl. Uns ist schleierhaft, wo sie herkommt“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) Dr. Ute Teichert am Freitag.

Sie warnte zudem vor einer Überforderung der Ämter, die „ohne dauerhafte Personalunterstützung in die Knie gehen“ würden. „Wie die Gesundheitsämter damit klar kommen sollen, ist mir ein Rätsel. Das ist nicht zu schaffen.“

„Die Bundesregierung muss die Alarmmeldungen, dass in den Gesundheitsämtern das dafür nötige Personal gar nicht abrufbar ist, sehr ernst nehmen“, heißt es dazu im Eckpunktepapier der Grünen.

Ferner fordern die Grünen vom RKI wieder regelmäßige Pressekonferenzen. „Um Verschwörungstheorien und Verunsicherung frühzeitig mit fundierten Fakten entgegenwirken zu können, sollte das Robert-Koch-Institut weiterhin zweimal in der Woche eine Pressekonferenz geben.“ Das RKI hatte am Donnerstag überraschend mitgeteilt, seine zweimal wöchentlichen Pressebriefings einzustellen.

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