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Kommentar zur DEGAM-Forderung

Hausärzte als Lotsen gefragt

Die effiziente Steuerung von Patienten durchs System wäre für Hausärzte eine spannende Herausforderung. Wenn man sie denn ließe.

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:

Vom Falschen zu viel und vom Richtigen zu wenig“ – die Analyse der Versorgungssituation, die die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) am Dienstag vorgelegt hat, trifft es im Kern.

Zu viel Bilddiagnostik bei unspezifischen Rückenschmerzen, aber zu wenige unterstützende Therapien; zu viel Chemotherapie in späten Krebsstadien und zu wenig palliative Begleitung von Patienten.

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Manchmal sind bei der Patientenversorgung einfach zu viele Spezialisten am Werk, es fehlt die steuernde Hand eines Arztes, der den Patienten gut kennt und seine Bedürfnisse einordnen kann. Genau an dieser Stelle liegt eine der Hauptursachen für die mehrheitlich geräte-orientierte Medizin und die Diagnosezentrierung, die die DEGAM immer wieder beklagt.

Von daher ist die Forderung der Fachgesellschaft nach einem Primärarztsystem folgerichtig, und die neue Leitlinie zum Schutz vor Über- und Unterversorgung ist das richtige Werkzeug in der Hand der Hausärzte für die Steuerung von Patienten.

Ob die DEGAM mit ihrem Vorschlag irgendwann in der Politik durchdringt? Die Frage ist, ob es dann noch genug Hausärzte gibt.

Schreiben Sie dem Autor: hauke.gerlof@springer.com

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Kommentare
Hackenberg 20.11.201915:43 Uhr

Ich würde die Steuerung durch die Hausärzte unterstützen. Als Facharzt erlebe ich täglich die unnötige Inanspruchnahme eines Facharztes. Die meisten Patienten sind leider nicht in der Lage eine richtige Einschätzung vorzunehmen. Es bleibt zu wenig Zeit für die Kranken und zuviel für die ,,eingebildeten Kranken“.

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