Sachsen-Anhalt

Hausärzteklasse soll Schule machen

Nach Halle hat nun auch die Uni Magdeburg eine Hausärzteklasse. Ganz rund läuft’s noch nicht.

Veröffentlicht: 05.03.2020, 16:13 Uhr

Magdeburg. Ende 2019 ist die KLAHA, Klasse Hausärzte, in Magdeburg an den Start gegangen. Der Weg bis dahin war lang und beschwerlich. Immerhin kann die Klasse Allgemeinmedizin in Halle 2021 bereits ihr zehnjähriges Jubiläum feiern und läuft seit einiger Zeit sogar zweizügig, also mit 40 statt bisher 20 Studierenden.

In der KLAHA Magdeburg lernen derzeit 13 Interessierte. „Einige sind leider abgesprungen, weil sie das Medizinstudium generell für sich abgewählt haben“, sagt Dr. Robin John, Allgemeinmediziner und Weiterbildungsmanager des Kompetenzzentrums Allgemeinmedizin (KOMPAS) an der Medizinischen Fakultät. Deren Dekan Professor Hermann-Josef Rothkötter hatte Hausärzte im vergangenen Sommer zu einer Infoveranstaltung eingeladen, um Bewegung in das lange schwelende Thema zu bringen. „Es gab mehr Fragen als Antworten zur konkreten Umsetzung an der Uni und zur konkreten Beteiligung niedergelassener Kollegen. Einen Monat später wurde deshalb im Rahmen eines Lehrärztetreffens ein Steuerkreis gebildet, der auch schnell Fahrt aufnahm“, so John, der mit seinem Schönebecker Hausärzteteam sowohl PJler als auch Weiterbildungsassistenten ausbildet. „Ich bin froh, dass uns der Dekan seine Unterstützung nicht nur für die Anfangsphase zugesichert hat. Die brauchen wir dringend.“ KLAHA soll ein weiterer Baustein sein, um die künftige medizinische Versorgung auf dem Land ein Stück weit sicherer zu machen.

Ärztemangel deutlich spürbar

Bereits heute fehlen in weiten Teilen des Bundeslandes Hausärzte. Das spürt auch das Schönebecker Team, das nach dem Ausscheiden der ursprünglichen Praxisinhaber bereits mehrere Praxen übernommen hat. Viele Landärzte arbeiten zwar an der Belastungsgrenze. Dennoch würden laut KBV-Ärztemonitor 80 Prozent der Hausärzte diesen Beruf wieder ergreifen. „Das ist ein ganz wesentlicher Punkt auch für die KLAHA“, sagt der Hausarzt, der nicht müde wird, unter seinen Kollegen Mentoren zu werben. „Für uns ist das zugleich eine Riesen- Chance. Immerhin haben wir nur in der Klasse Hausärzte die Möglichkeit Studierende vom ersten bis zum letzten Studientag zu begleiten und einen fruchtbaren Wissensaustausch im festen Mentorensetting zu erreichen. Das kostet zwar Zeit, die ist aber eine gute Investition in die Zukunft.“

Im vorklinischen Studienabschnitt stehen insgesamt zwölf Seminare und acht Praxistage an. Mit derzeit 25 Allgemeinmedizinern, die als Mentoren gemeldet sind, wäre eine zweite KLAHA ab dem Wintersemester 2020/21 zumindest möglich. Robin John: „Ich bin sicher, dass auch hier das Beispiel Schule macht und KLAHA erfolgreich sein wird.“ Zur Unterstützung hat der Steuerkreis eine e-learning-Plattform eingerichtet, zu dem auch Mentoren Zugang haben. „Sie können sich so besser auf den nächsten Kontakt mit den Studierenden vorbereiten.“ (zie)

Kontakt für Interessenten: robin.john@med.ovgu.de

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