Direkt zum Inhaltsbereich

Hausarztverbände warnen vor "Anschlag auf die Praxen"

Verbände reagieren empört auf den Vorstoß des CDU-Abgeordneten Koschorrek, Hausarztverträge abzuwickeln.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:

KIEL/MÜNCHEN. Die Hausarztverbände im Norden und Süden greifen Unionspolitiker Dr. Rolf Koschorrek für dessen Vorstoß zur Abwicklung von Hausarztverträgen massiv an. Sie sprechen von "Anschlagplänen" auf die Existenz der Praxen.

"Die meisten und bedrohlichsten Angriffe kommen von Ihnen und aus Ihrem Umfeld", heißt es in einem Brief an den CDU-Gesundheitspolitiker aus dem schleswig-holsteinischen Bad Bramstedt, wo Koschorrek als Zahnarzt tätig ist.

Der Brief ist unterzeichnet von den beiden Landesvorsitzenden Dr. Thomas Maurer (Schleswig-Holstein) und Dr. Wolfgang Hoppenthaller (Bayern) und liegt der "Ärzte Zeitung" vor. Hintergrund der Vorwürfe ist Koschorreks Vorschlag zur Änderung des Paragrafen 73b SGB V, mit der die Pflicht zum Abschluss von Hausarztverträgen zur Option für die Krankenkassen herabgestuft werden soll. Außerdem hatte der Obmann der Unionsfraktion im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages wie berichtet vorgeschlagen, sämtliche per Schiedsamt zu Stande gekommenen Hausarztverträge zum Jahresende außer Kraft zu setzen.

Maurer und Hoppenthaller werfen Koschorrek in diesem Zusammenhang Wählertäuschung vor, weil er in seinem Heimatwahlkreis verbesserte gesetzliche Rahmenbedingungen für Hausärzte angekündigt hatte. Nach Auffassung der Hausarzt-Funktionäre bewirken die Äußerungen des Politikers das Gegenteil, sie werfen ihm vor, die "Abschaffung der hausärztlichen Versorgung zu betreiben".

Die Hausärzte im Norden, wo die Verträge vor dem Start stehen, würden eine Umsetzung von Koschorreks Plänen als "Schlag ins Gesicht" empfinden, heißt es in dem Brief. Und: In Bayern würde schon die erste Lesung eines entsprechenden Gesetzentwurfes zu einer erneuten Ausstiegsdiskussion führen - "und dieses Mal unserer Einschätzung nach mit Erfolg". Sie drohen, dass aus diesem regionalen Ausstieg ein Flächenbrand entstehen könnte, dem sich auch viele Fachärzte anschließen könnten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Beitragssatzstabilisierungsgesetz

GKV-Sparpaket: Mehr Geld vom Bund und Aufschub fürs Pflegebudget

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Kombi schlägt Monotherapie

Diese Blutdrucksenker werden am besten vertragen

Blutbildveränderungen

Ursachenfindung der Leukozytose: Reaktiv, Infektion oder Leukämie?

Lesetipps
Ein Fußballspieler hält sich seinen Knöchel, ein Helfer assistiert ihm.

© massimhokuto / stock.adobe.com

Orthese selten nötig

Das ist bei Sprunggelenksverletzungen zu beachten

Eine Frau sitzt auf dem Bett und hält sich eine Wärmflasche auf den Bauch.

© Halfpoint / stock.adobe.com

Schmerzen verhindern

Das sind die aktuellen medikamentösen Ansätze bei Endometriose