Direkt zum Inhaltsbereich

Heftiger Streit über Defizit des Gesundheitsfonds

BERLIN (ble/dpa). Unter dem Eindruck eines für 2010 prognostizierten Milliardendefizits des Gesundheitsfonds haben Union und FDP ihre Verhandlungen über die künftige Ausrichtung der GKV aufgenommen.

Veröffentlicht:
Wie teuer wird die GKV künftig für die Versicherten?

Wie teuer wird die GKV künftig für die Versicherten?

© Foto: BKwww.fotolia.de

Am Dienstagabend hatte der so genannte GKV-Schätzerkreis von Bund und Krankenkassen für den Gesundheitsfonds eine Deckungslücke in Höhe von 7,4 Milliarden Euro prognostiziert. Gründe hierfür sind demnach höhere Leistungsausgaben, die Wirtschaftskrise und erwartete höhere Arbeitslosenzahlen in 2010.

Für die Union räumte Ursula von der Leyen ein "Finanzierungsproblem" ein. Das Defizit sei aber keine Folge des Fonds. Man wolle nun mit der FDP Lösungen finden, mit denen "große Schritte" möglich seien. Die FDP will den Fonds hingegen am liebsten abschaffen.

Dagegen sieht Noch-Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) keine Notwendigkeit für höhere GKV-Beiträge oder flächendeckende Zusatzprämien. Einfach nur mehr Geld ins System zu geben, löse keine Probleme, sagte sie am Mittwoch in Berlin. Schmidt schlug stattdessen ein Bündel an Maßnahmen vor, um die Einnahmelücke zu schließen. Dazu gehören ein erneutes zinsloses Staatsdarlehen an den Fonds in Höhe von bis zu 2,5 Milliarden Euro sowie ein Notopfer der Pharmahersteller. Darüber hinaus forderte Schmidt die Kassen auf, ihre Rücklagen in Höhe von derzeit rund fünf Milliarden Euro aufzubrauchen, bevor sie Zusatzbeiträge erheben. "Krankenkassen sind keine Sparkassen", sagte Schmidt. Zudem sollten Kassen in Finanznöten Fusionen anstreben. Sie rate dazu, den "Deckel" auf dem Gesundheitsfonds zu lassen.

Lesen Sie dazu auch: Der Gesundheitsfonds steckt tief in der Kreide

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Kassensturz im Kassensystem: Sprungbrett für den Systemwechsel?

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Wann zählt die FSME-Impfung bei der Vorhaltepauschale mit?

Lesetipps
Bei der Springer Medizin Gala wurden die Preisträger des Galenus-von-Pergamon-Preises und des Charity Awards gekürt.

© Marc-Steffen Unger

Preisträger gekürt

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2026

Ehrenamtliches Engagement beeindrucke sie nicht nur, „es berührt mich“, erklärte die einstige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

© David Vogt

Springer Medizin Gala

Preisträger des Springer Medizin Charity Awards feierlich gekürt