Kinder aus suchtbelasteten Familien

Hilfsprojekt „KidKit“ bekommt 150.000 Euro vom Bund

Beratung per Mail und Chat: Das Kölner Hilfsprojekt „KidKit“ unterstützt Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien. Um die Beratung auszubauen, schießt der Bund jetzt 150.000 Euro zu.

Veröffentlicht: 02.09.2020, 13:27 Uhr

Berlin. Die Bundesregierung will die Beratungsangebote für Kinder aus suchtbelasteten Familien weiter ausbauen. Konkret solle das Kölner Kinderhilfsprojekt „KidKit“ 150.000 Euro vom Bund erhalten, teilte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), am Mittwoch in Berlin mit.

Mit dem Geld sollten die Beratungsangebote von „KidKit“ optimiert werden. Zudem solle ein spezielles Qualifizierungsmodul für Lehrer entwickelt werden, um Kinder aus suchtbelasteten Familien schneller identifizieren zu können.

„Strategie des Schweigens“

Kinder, die in suchtbelasteten Familien aufwüchsen, dürften „nicht mehr durch das Raster fallen“, betonte Ludwig. Wegen der Coronavirus-Pandemie habe sich die Lebenssituation vieler Kinder und Jugendlicher erheblich verschlechtert. Das gelte gerade für die Kinder suchtkranker Eltern.

Während des Lockdowns seien viele der Betroffenen auf sich allein gestellt gewesen, so Ludwig. Grundsätzliches Problem sei, dass viele von Alkohol- oder Drogensucht betroffene Familien eine „Strategie des Schweigens“ anwendeten. Kinder bräuchten daher jemanden zum Reden.

Anlaufstellen auf einen Blick

„Kidkit“ ist ein seit 2003 bestehendes, internetbasiertes Informations-, Beratungs- und Hilfsangebot für Kinder und Jugendliche, die in Familien mit Suchterkrankungen, Gewalt oder psychischen Erkrankungen aufwachsen. Das Angebot der Drogenhilfe Köln ist so gestaltet, dass sämtliche Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche suchtkranker Eltern über eine interaktive Landkarte auffindbar sind.

Hilfesuchende Kinder und Jugendliche werden über Kidkit.de von vier hauptamtlichen und mehreren ehrenamtlichen Mitarbeitern kostenlos und anonym per Mail und Chat beraten. Bei Bedarf werden die Jugendlichen an Therapie-und Beratungseinrichtungen in der Nähe weitervermittelt. (hom)

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