Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar zum Umgang mit SARS-CoV-2

Hü und hott

Die Ärzte sehen sich angesichts SARS-CoV-2 teils widersprüchlichen Ratschlägen ausgesetzt. Hier muss die Selbstverwaltung dringend nachbessern.

Denis NößlerVon Denis Nößler Veröffentlicht:

Der eine sagt hü und der andere hott. Die teils wirren oder gar albernen Einlassungen manch sogenannter Experten zu SARS-CoV-2 sind das eine – bestenfalls eine Kakofonie kurzer Halbwertszeit.

Von ganz anderer Qualität ist aber das Durcheinander, das Verbände, Behörden und Teile der ärztlichen Selbstverwaltung gerade produzieren.

Die einen Standesvertreter empfehlen reihenweise Testungen, ein anderer rät wenig später zum Gegenteil. Mal richtet ein Gesundheitsamt eine Hotline ein, mal verweigert ein anders, dass Patienten dorthin geschickt werden.

Und dann droht eine KV „ihren“ Vertragsärzten auch noch mit dem juristischen Knüppel, sollten sie – aus Angst – Patienten abweisen.

Und der einsame Hausarzt fragt sich, wo er sein Sterillium oder Gesichtsmasken herbekommen soll. Ja, die Ärzte sind verunsichert.

Unsicherheit aufzulösen – und bestenfalls dabei zu helfen, Desinfektiva beizuschaffen: das sollte die Aufgabe der Selbstverwaltung jetzt sein. Nicht neue Verunsicherung zu schaffen.

Schreiben Sie dem Autor: denis.noessler@springer.com

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Pityriasis versicolor

© iStock / C5C

Kleienpilzflechte im Sommer

Pityriasis versicolor sicher erkennen und gezielt behandeln

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 03.03.202020:10 Uhr

Auch die Medien entdecken neue Betätigungsfelder. So schreibt die FAZ von heute:
KONTAKTINFEKTION BEI CORONA
Finger weg!
EIN KOMMENTAR VON SIBYLLE ANDERL
"Die Verbreitung des Coronavirus stellt uns auf eine harte Probe: Nie hätte man gedacht, wie schwierig es ist, sich nicht mit der Hand ins Gesicht zu fassen." https://m.faz.net/aktuell/wissen/kontaktinfektion-mit-coronavirus-nicht-mit-der-hand-ins-gesicht-16660708.html
Dazu habe ich den folgenden Kommentar geschrieben: "Infektionsübertragungen bei viralen Atemwegserkrankungen durch Tröpfchen-Infektionen
Thomas G. Schätzler (Dr.Schaetzler)
03.03.2020 - 13:19
Das Coronavirus ist als Virus aus der SARS-Gruppe mit der Bezeichnung SARS-CoV-2 hoch ansteckend (Kontagionsindex) bereits in der Inkubationszeit, also etwa 14 Tage bevor zunächst eher unspezifische Erkältungsymptome beginnen können. Coronaviren 229E und OC43 verursachen Erkältungen und 2 Serotypen NL63 und HUK1 machen auch Erkältungssymptome. MERS-CoV und SARS-CoV, verursachen schwerere Atemwegsinfektionen. 2012 wurde Coronavirus MERS-CoV als Ursache des Nahost-Atemwegssyndroms (MERS) und 2002 SARS-CoV als Ursache eines schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS) identifiziert [nach MSD-Manual]. Das jetzige SARS-CoV-2 ist offenkundig weniger aggressiv, wenn keine Vorerkrankungen bestehen. Die Tröpfchen-Infektion erfolgt primär aerogen über infizierten Atemluft. Schmier- und Oberflächen-Infektion sind bei regelmäßiger Händedesinfektion eher sekundär. Hinweise, keine eigenen Mund-, Nase-, Augen-Schleimhäute zu berühren, sind m.E. Unfug und im Schlaf gar nicht verhinderbar."

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Mauterndorf/A)

Dr. Thomas Georg Schätzler 03.03.202019:53 Uhr

Hü und hott nicht nur bei der Selbstverwaltung

Es ist aber nicht nur die Selbstverwaltung, die hü und hott sagt. Auch Experten und Medienberichte stiften Verwirrung:
Der Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lars Schaade, sagt, auch in Deutschland könnten Ausbrüche des Coronavirus Sars-CoV-2 zunächst un­ter dem Radar der Behörden bleiben. Es sei „durchaus möglich“, dass nicht alle Ausbrü­che sofort erkannt würden (RBB-Inforadio). Würden sie schließlich entdeckt, könnten sie schon ein etwas größeres Ausmaß angenommen haben. Dann könnten immer mehr Fälle auftreten, bei denen sich nicht mehr nachverfolgen lie­ße, welche Kontakte zur Ansteckung führten. Es könne dadurch zu einer weiteren Aus­brei­tung kommen. „Das ist durchaus etwas, mit dem wir rechnen müssen“...„Das wird dann wahrscheinlich lokal beginnen, könnten auch mehrere lokale Ausbrüche sein.“ Die Strategie der Eindämmung sei dann kaum mehr möglich - vgl. https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/109672/Sars-CoV-2-Unbemerkte-Ausbrueche-auch-in-Deutschland-moeglich
Der von der VR China behauptete Rückgang der Neuerkrankungen von Sars-CoV-2 kann auch eine Untererfassung auf Grund fehlender Ressourcen (Test-Kapazitäten, selbst erkranktes Personal, gescheiterte Quarantäne- oder andere Schutz-Maßnahmen usw.) sein.
Gipfel der Problematik ist ein Kreuzfahrtschiff unter Quarantäne, wo die Sars-CoV-2-Neuinfektionen bei Passagieren und Personal bzw. Logistik-Versorgern wegen möglicher eklatanter Hygienemängel (Umluft-Klimaanlage ohne notwendigen Filteraustausch, gemeinschaftliche Sanitäranlagen, fehlende Abwasser- und Frischwasser-Aufbereitung, beengte Wohn- und Lebensverhältnisse etc.) kontraproduktiv zunehmen und eben nicht zielführend abnehmen. (Fortsetzung folgt)

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Mauterndorf/A)

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Protest vor dem Bundestag: Die Aktionsgruppe „NichtGenesen“ positionierte im Juli auf dem Gelände vor dem Reichstagsgebäude Rollstühle und machte darauf aufmerksam, dass es in Deutschland über drei Millionen Menschen gebe, dievon einem Post-COVID-Syndrom oder Post-Vac betroffen sind.

© picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Symposium in Berlin

Post-COVID: Das Rätsel für Ärzte und Forscher

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: vfa und Paul-Martini-Stiftung
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Springer Medizin Gala

Preisträger des Springer Medizin Charity Awards feierlich gekürt

Lesetipps
Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2026 in der Kategorie Specialist Care:

© Marc-Steffen Unger

Fortgeschrittenes kleinzelliges Lungenkarzinom

Galenus-Preis 2026: Imdylltra® gewinnt in der Kategorie Specialist Care