Ärztestatistik 2016

Im Trend sind Teilzeitarbeit und Festanstellung

Insgesamt ist zwar die Zahl der Ärzte in Deutschland gestiegen. Die Zahl derjenigen, die ambulant tätig sind, blieb allerdings unverändert. Das geht aus der aktuellen Ärztestatistik 2016 hervor.

Veröffentlicht:
"Fast jeder vierte niedergelassene Arzt plant, in den nächsten fünf Jahren seine Praxis aufzugeben", warnt BÄK-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery anlässlich der aktuellen Statistik.

"Fast jeder vierte niedergelassene Arzt plant, in den nächsten fünf Jahren seine Praxis aufzugeben", warnt BÄK-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery anlässlich der aktuellen Statistik.

© Jens Büttner / dpa

BERLIN. "Wer nur die leicht steigenden Arztzahlen betrachtet, verschließt die Augen vor der ganzen Wahrheit. Tatsächlich öffnet sich die Schere zwischen Behandlungsbedarf und Behandlungskapazitäten immer weiter." So kommentiert Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), die Ärztestatistik für das Jahr 2016 in einer Pressemitteilung der BÄK.

Wie aus den Daten der BÄK hervorgeht, erhöhte sich die Zahl der bei den Landesärztekammern gemeldeten Ärztinnen und Ärzte geringfügig um 2,1 Prozent. Damit waren im Jahr 2016 im Bundesgebiet 378.607 Ärztinnen und Ärzte tätig, 7305 mehr als im Vorjahr. Von ihnen arbeiten 194.401 im Krankenhaus.

An dieser Stelle finden Sie Inhalte aus Datawrapper Um mit Inhalten aus Datawrapper zu interagieren oder diese darzustellen, brauchen wir Ihre Zustimmung. Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte aus Sozialen Netzwerken und von anderen Anbietern angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Weitere Information dazu finden Sie hier.

Deutlich kleiner ist die Gruppe der ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte mit 151.989. Hinzu kommen 32.217 Mediziner, die bei Behörden, Körperschaften und in sonstigen Bereichen beschäftigt sind. Ihr Anteil blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 8,5 Prozent unverändert.

Die BÄK verweist jedoch darauf, dass sich der leichte Gesamtzuwachs relativere in Anbetracht der hohen Behandlungszahlen in Praxen und Kliniken. Allein in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung komme es jährlich zu mehr als einer Milliarde Arzt-Patienten-Kontakten. "Unsere Gesellschaft altert, und die Ärzteschaft altert mit. Fast jeder vierte niedergelassene Arzt plant, in den nächsten fünf Jahren seine Praxis aufzugeben", warnt daher der BÄK-Präsident.

Weitere Erkenntnisse aus der Ärztestatisitik:

» Der Anteil der Ärztinnen an der Gesamtzahl berufstätiger Ärzte hat sich auf 46,5 Prozent weiter erhöht.

» Mediziner sind auf dem Arbeitsmarkt weiter sehr gefragt: Die Bundesagentur für Arbeit meldete 1943 offene Stellen zum Jahresende.

» der Trend zur Festanstellung wächst– 2016 um rund zehn Prozent – auf nunmehr 32.348 im ambulanten Bereich angestellt Ärztinnen und Ärzte.

» Die Zahl der niedergelassenen Mediziner sank um 0,9 Prozent auf 119.641.

» Der Trend zur Teilzeitanstellung wächst. Allein im Jahr 2015 stieg der Anteil der Ärzte und Psychotherapeuten in Teilzeitanstellung nach Angaben der KBV um 10,6 Prozent. (run)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Fünf Jahre Digitale Gesundheitsanwendungen

Dritter DiGA-Report bestätigt das deutsche Erfolgsmodell

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

New Orleans

Herzkongress ACC 2026: Das sind die wichtigen neuen Studien

Insbesondere Clindamycin, Fluorchinolone und Flucloxacillin

Antibiotika wirken sich offenbar langfristig auf das Darmmikrobiom aus

Lesetipps
5 Blutproben in Röhrchen

© Pixel-Shot / Stock.adobe.com

Chronische Erkrankungen

Diese fünf Biomarker weisen auf Multimorbidität hin