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Neue Zahlen

Immer mehr Drogentote

1226 Menschen starben im vergangenen Jahr an Rauschgift. Heroin führt die aktuelle Statistik an.

Veröffentlicht:

BERLIN. Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist zum vierten Mal in Folge gestiegen. 2015 starben mit 1226 Menschen 18 Prozent mehr durch den Konsum illegalen Rauschgifts als im Vorjahr (1032).

Das geht aus dem aktuellen Bericht zur Rauschgiftlage in Deutschland hervor, den Marlene Mortler (CSU), Drogenbeauftragte der Bundesregierung, und Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes, am Dienstag in Berlin vorstellten.

Heroin - illegale Droge Nummer eins

Haupttodesursache waren demnach mit 65 Prozent und 800 Todesfällen erneut Opioide/Opiate, zu denen auch Heroin gehört. "Heroin ist nach wie vor die illegale Droge Nummer eins", sagte Mortler mit Blick auf die allein dadurch verursachten 550 Todesfälle (plus 20 Prozent zum Vorjahr).

Wie im Vorjahr lag auch 2015 der Altersdurchschnitt aller Drogentoten bei knapp über 38 Jahren. Die Männer dominieren in der Statistik mit 84 Prozent deutlich - "das entspricht auch ihrem Anteil an der Gesamtzahl der Drogenabhängigen", so Mortler.

Ins Auge fällt zudem die Zahl der durch die umgangssprachlich als Legal Highs bezeichneten Neuen Psychoaktiven Stoffe (NPS): 39 Menschen starben, weil sie NPS allein oder in Verbindung mit anderen Rauschgiften einnahmen. Das sind 56 Prozent mehr als im Vorjahr (25).

Mischkonsum nimmt zu

Bricht man die Todesstatistik auf einzelne Bundesländer herunter, stiegen die Zahlen vor allem in Hessen (von 66 auf 104 Fälle) und Sachsen (10/27), Sachsen-Anhalt (von 6 auf 13 Fälle) sowie dem Saarland (von 8 auf 19 Fälle).

Für die Ursachen der bundesweit steigenden Zahl der Drogentoten gebe es keine simple Erklärung, sagte Mortler. "Auch die Länder selbst können keine einfachen Antworten geben." Sicher spielten die jeweilige Verfügbarkeit von Drogen und der einfache Zugang eine Rolle.

Neben dem Anstieg der NPS nannte die Drogenbeauftragte zwei weitere Trends, die sich aus der Statistik ablesen ließen: der Mischkonsum unterschiedlicher Substanzen sowie die Erweiterung der verfügbaren Substanzen.

Daraus müsse der Schluss gezogen werden, dass die Drogenpolitik nicht nachlassen dürfe und die Suchthilfe ausgeweitet werden müsse, so Mortler.

Der Grünen-Suchtexperte Harald Terpe hingegen forderte die Regierung auf, ihre Drogenpolitik zu ändern. "Die Verbotspolitik ist gescheitert", sagte er. "Drogentote sind Opfer der repressiven Drogenpolitik." (aze)

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