Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar zum GAVI-Gipfel

Impfgipfel – ein wichtiges Signal in Corona-Zeiten

Der virtuelle GAVI-Gebergipfel macht der Welt deutlich, dass an dem Ziel, die Kindersterblichkeit zu reduzieren, festgehalten wird.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:

Nein, die Welt dreht sich nicht nur um Corona – auch wenn es derzeit den Anschein hat! So spielt der global koordinierte Kampf gegen SARS-CoV-2 zwar eine Rolle beim heutigen – erstmals virtuellen – Finanzierungsgipfel der globalen Impfallianz GAVI, aber er dominiert nicht.

Es geht vielmehr darum, dass die vor 20 Jahren aus der Taufe gehobene Organisation, der Regierungen verschiedener Länder, Nichtregierungsorganisationen, Stiftungen, aber auch Pharmaunternehmen angehören, ihre Impfkampagnen in 73 armen Ländern weiterführen kann.

Impfung für 300 Millionen Kinder

Für den Zeitraum 2021 bis 2025 sind 7,4 Milliarden Euro an Finanzzusagen der Geber taxiert, um in den betreffenden Ländern rund 300 Millionen Kinder gegen zahlreiche vermeidbare Infektionskrankheiten zu impfen.

Unabhängig von der Summe, die GAVI am Ende des Tages zugesagt wird, sendet dieser virtuelle Gebergipfel ein wichtiges Signal an die Weltbevölkerung. Nämlich die Botschaft, dass sich die Weltgemeinschaft – und hier vor allem die Wohlstandsgesellschaften in den Industrieländern – auch darum bemüht, die 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals/SDG) weiter zu verfolgen und diese jetzt nicht ins Hintertreffen geraten angesichts der globalen Corona-Agonie.

Zur Erinnerung: Eine Welt frei von Krankheiten, Hunger, Armut, Gewalt und Analphabetismus, dafür aber mit einem universellen Zugang zu einer qualifizierten Ausbildung sowie einer gesundheitlichen Versorgung, die das physische, mentale und soziale Wohlbefinden ermöglicht, zur Erreichung dieses Ziels bis 2030 hat sich die Weltgemeinschaft inklusive Deutschland unter dem Dach der SDG verpflichtet.

Kindersterblichkeit wurde gesenkt

Nun sieht es angesichts global zunehmender dystopischer Tendenzen wahrlich nicht danach aus, dass die Welt 2030 ihrer Bevölkerung einen idealistisch-utopischen Sorglos-Reinraum als Lebensort wird bieten können. Aber nicht von der Hand zu weisen ist, dass die Kindersterblichkeit generell und vor allem die U5MR (Sterberate der unter 5-Jährigen) im Vergleich zu 1990 bereits signifikant gesenkt werden konnte.

Vor allem die Erfolge bei der U5MR fußen auf erfolgreichen Impfkampagnen auch in Ländern, deren Gesundheitssysteme teils mehr als fragil sind und in denen oft auch – pseudoreligiös legitimiert – wissenschaftlich unhaltbare Vorbehalte gegen Vakzinierungen den Lebensalltag prägen.

Somit wird sich jeder Dollar, den GAVI heute realiter „in London“ einsammelt, als potenzieller Lebensretter erweisen. Und er wird zeigen, dass sich auch ein Gesundheitsengagement jenseits der Corona-Bekämpfung weiter lohnt.

Schreiben Sie dem Autor: matthias.wallenfels@springer.com

Lesen sie auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Arbeiten in der Alpenrepublik

Alternative Schweiz? Die Chancen für deutsche Ärzte stehen gut

Das könnte Sie auch interessieren
Wie Haus- und Fachärzte gemeinsam Impflücken schließen

© Vladimir Vladimirov | iStock (Symbolbild mit Fotomodellen)

Round-Table-Gespräch

Wie Haus- und Fachärzte gemeinsam Impflücken schließen

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Die häufigsten Praxisfragen zur Influenzaimpfung

© Aitor Diago | Getty Images

Wer, wann, womit?

Die häufigsten Praxisfragen zur Influenzaimpfung

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

© FatCamera | Getty Images (Symbolbild mit Fotomodellen)

Impfstatus Klinikpersonal

Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

© Springer Medizin Verlag

Unternehmen im Fokus

Patientenzentrierter Ansatz und europäische Produktion

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Die Krux bei Muskelverletzungen im Profifußball

Lesetipps
Ältere Frau versucht, sich mit einem Fan abzukühlen.

© solidcolours/Getty Images/iStock

Tipps

Sommerhitze: Das ist wichtig bei älteren Patienten