Online-Umfrage

Jeder dritte Deutsche trinkt in Corona-Zeiten mehr Alkohol

Unsicherheit, Angst und Stress: Wegen Corona greifen mehr Bundesbürger als sonst zu Bier und Schnaps, wie aus einer anonymen Online-Umfrage hervorgeht.

Veröffentlicht: 06.07.2020, 12:28 Uhr
Jeder dritte Deutsche trinkt in Corona-Zeiten mehr Alkohol

37 Prozent der Umfrage-Teilnehmer gaben an, während des Lockdowns mehr Bier und Schnaps als vorher getrunken zu haben.

© Yvonne Weis / stock.adobe.com

Berlin/Mannheim. Der wegen der Coronavirus-Pandemie Mitte März verhängte Lockdown hat das Suchtverhalten vieler Bundesbürger begünstigt. Laut einer aktuellen Online-Studie gibt rund ein Drittel an, in der Zeit starker öffentlicher Einschränkungen mehr Alkohol als sonst getrunken zu haben.

Für ihre Studie befragten das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim und das Klinikum Nürnberg rund 3200 Menschen unter anderem nach ihrem Alkohol- und Tabakkonsum in der Coronavirus-Pandemie. Vollständig auswerten konnten die Forscher die Angaben von rund zwei Drittel der Teilnehmer.

Mehr Schnaps, mehr Zigaretten

37 Prozent geben an, während des Lockdowns mehr Bier und Schnaps als vorher getrunken zu haben. Bei den Rauchern (28 Prozent aller Teilnehmern) ergibt sich ein ähnliches Bild. In dieser Gruppe berichten über 40 Prozent von einem gesteigerten Konsum.

Die Daten machten deutlich, dass vor allem Befragte mit geringerer Schulbildung und höherem Stressempfinden in der Zeit des Lockdowns vermehrt zu Alkohol und Tabak gegriffen hätten, sagte der Ärztliche Direktor der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am ZI, Professor Falk Kiefer. „Das lässt befürchten, dass gerade in dieser Gruppe die Gefahr sehr groß ist, eine Alkoholabhängigkeit zu entwickeln.“

Niedrigschwellige Hilfen ausbauen

Daher sei es wichtig, über Risiken und mögliche Langzeitfolgen eines vermehrten Alkohol- und Tabakkonsums aufzuklären und Betroffenen niederschwellige Hilfsangebote zugänglich zu machen.

Gerade die Kombination von vermehrtem Alkoholkonsum und erhöhtem Stress könne das Aggressionspotenzial steigern. Damit nehme dann auch das Risiko für das Auftreten häuslicher Gewalt zu, warnte Kiefer. (hom)

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