Direkt zum Inhaltsbereich

Suchtbericht

Junge Erwachsene konsumieren immer häufiger Cannabis

Alkohol und Tabak sind laut Sucht-Jahresbericht nicht mehr so nachgefragt. Der Cannabiskonsum hingegen nimmt zu. Die Bundesdrogenbeauftragte drängt darauf, Unterstützungsangebote für Suchtkranke zu stärken.

Veröffentlicht:
Cannabiskonsum bei jungen Erwachsenen

Die Zahl der jungen Menschen, die Cannabis konsumieren, ist in den vergangenen Jahren stark nach oben gegangen.

© FilippoBacci / Getty Images / iStock

Berlin. Der Cannabiskonsum bei jungen Erwachsenen ist weiter gestiegen. Das ist eines der Ergebnisse des Jahresberichts der Bundesdrogenbeauftragten Daniela Ludwig. Sie dringt auf eine Stärkung von Unterstützungsangeboten – über die Corona-Krise hinaus. Die Pandemie sei „ein extremer Stresstest“ für das Suchthilfesystem gewesen, sagte die CSU-Politikerin am Donnerstag zur Vorlage ihres Berichts.

Für Suchtkranke, ihre Familien und Freunde sei persönlicher Kontakt zu Therapeuten und Beratungsstellen fast komplett weggebrochen. Mit flexibleren Regelungen und digitalen Lösungen sei es aber gelungen, erforderliche Hilfe weiterzuführen.

Alkohol und Tabak rückläufig

Insgesamt sei der Konsum von Alkohol und Tabak weiterhin leicht rückläufig, erläuterte der Bericht zur Lage. So gaben 23,4 Prozent der Erwachsenen bis 64 Jahre an, in 30 Tagen zuvor mindestens einmal geraucht zu haben, wie es nach Studiendaten für 2018/19 heißt. 2015 waren es demnach 28,7 Prozent. Jährlich sterben dem Bericht zufolge in Deutschland rund 127 .000 Menschen an den Folgen von Tabakkonsum. Ludwig hatte mit Gesundheitsakteuren eine Aufklärungskampagne gestartet, um langjährige Raucher stärker zum Aufhören zu ermuntern.

Wie in den Jahren zuvor sei der Cannabiskonsum gerade bei jungen Erwachsenen weiter angewachsen. Unter den 18- bis 25-Jährigen stieg der Anteil derjenigen, die nach eigenen Angaben in den vorangegangenen zwölf Monaten mindestens einmal Cannabis konsumiert haben, zwischen 2015 und 2018/19 von 15,3 Prozent auf 24,1 Prozent.

1581 Drogentote in 2020

Die Zahl der Drogentoten war im vergangenen Jahr erneut gestiegen, wie die Beauftragte der Bundesregierung bereits im März mitgeteilt hatte. Wegen des Konsums illegaler Substanzen starben 1581 Menschen, das waren 183 gemeldete Fälle (13 Prozent) mehr als 2019.

Bei der organisierten Drogenkriminalität habe sich der Handel wegen der Pandemie stärker von der Straße ins Internet verlagert. Ludwig sagte: „Wir müssen vermeiden, dass Deutschland zu einem Drehkreuz des internationalen Drogenhandels wird.“ Nötig sei, dass Bund und Länder ihr Vorgehen noch effektiver bündelten – und zwar online wie offline.

Mit Blick auf die kommenden Jahre müssten Kommunen und Länder Prävention und niedrigschwellige Suchthilfe als festen Bestandteil der Daseinsfürsorge etablieren, forderte Ludwig. Dafür seien auch personelle, finanzielle und organisatorische Ressourcen nötig. (dpa)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Plaques bewerten

Screening mittels Koronar-CT: Was das bringen könnte

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Update 2026

S3-Leitlinie Lungenkrebs: Das sind die wichtigsten Änderungen

Lesetipps
Ein junger Mann liegt im Herz-CT und bekommt gleichzeitig ein EGK geschrieben.

© Svitlana / stock.adobe.com

Plaques bewerten

Screening mittels Koronar-CT: Was das bringen könnte

Praxismanagerin Sabine Höppner-Plischke

© Michaela Schneider

Tipps von KI-Expertin

So hilft Künstliche Intelligenz den MFA im Praxisalltag