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Baden-Württemberg

KV zu langsam? MEDI kauft Schutzmaterial

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Stuttgart. Die KV Baden-Württemberg (KVBW) hat vor wenigen Tagen nach Lieferungen vom Bund und eigener Akquise Schutzausrüstung an rund 15 .000 Praxen im Südwesten ausgeliefert. Dennoch erntet die KV von Vertragsärzten, aber auch vom MEDI-Verbund Kritik. Tenor: sie agiere zu langsam, zu bürokratisch. Der Ärzteverbund wurde parallel selbst aktiv.

MEDI gehöre eine eigene Managementgesellschaft, die alles Geschäftliche abwickelt, erläutert der Chef des Ärzteverbunds, Dr. Werner Baumgärtner. „Eine Managementgesellschaft kann unternehmerisch handeln. Eine untergeordnete Behörde eines Ministeriums, was die Körperschaften ja sind, kann das nicht“, sagte er der „Ärzte Zeitung“. Die KVBW wollte sich auf Anfrage nicht zu der Angelegenheit äußern.

MEDI sei daher für seine Mitglieder in Vorleistung getreten. Die Einkaufspreise für Einmalschutzkleidung lägen aktuell bei 25 bis 30 Euro pro Stück, für FFP2-Masken zwischen vier und neun Euro, berichtet Baumgärtner. Angesichts einer Mindestbestellmenge für Masken von aktuell 50 .000 Stück könne man sich ausrechnen, wie hoch die Vorkasse ausgefallen ist.

MEDI habe der baden-württembergischen Landesregierung zwei Angebote für den Bezug von mehr als 20 Millionen FFP2-Masken und 2,5 Millionen Einheiten Schutzkleidung vermittelt, erläutert Baumgärtner. Da es aber nicht zum Vertragsabschluss gekommen sei, habe MEDI aus mehreren Quellen selbst den Kauf von insgesamt rund 500 .000 Masken organisiert. „Wir waren endlich in der Lage, unsere Mitgliedspraxen zu versorgen.“

Der KV als Körperschaft dagegen sei das Agieren „in einem volatilen Markt fast unmöglich“. Es sei zudem der Job von Ministerien, Schutzkleidung zu besorgen. Dort habe man sich erst einmal auf- einander verlassen. „Das Ergebnis ist bekannt“, so Baumgärtner.

Der MEDI-Chef ist nach eigenen Angaben davon ausgegangen, dass die Ministerien, der Katastrophenschutz und weitere verantwortliche Behörden eine gewisse Bevorratung für Krisen vornähmen. Künftig müsse von Bund und Ländern ein Vorrat angelegt werden, „wenn die Preise noch normal sind, dann spart man Geld und rettet Leben“. (fst)

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