Studie

Kassen hinken bei IT hinterher

Das deutsche Gesundheitssystem hinkt informationstechnisch anderen Branchen hinterher. Hier liegen erhebliche Effizienzreserven.

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FRANKFURT/MAIN. Medizinisch-technisch sei die Gesundheitsversorgung in Deutschland gut aufgestellt, in der Organisation und in der administrativ-medizinischen Ausstattung seien jedoch Optimierungen nötig, um immanente Schwächen wie die Trennung von ambulantem und stationärem Sektor zu überwinden und die Produktivität zu erhöhen, urteilt das Beratungsunternehmen Lünendonk in seinem Branchendossier "Healthcare 2020".

Steigende Ausgaben, sinkende Einnahmen sowie ineffiziente Strukturen ließen das System mittelfristig havarieren.

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung schätze die Finanzlücke auf über 90 Milliarden Euro bis 2030. Dies bedeute, dass der GKV-Beitrag von derzeit 15,5 auf 23,8 Prozent oder der Zusatzbeitrag auf 115 Euro steigen müsse.

Das werde die Bevölkerung nicht zahlen können oder wollen. Die politische Reformfähigkeit des Systems sei begrenzt, dirigistische Eingriffe in Angebot und Nachfrage zeigten zwar Wirkung, reichten aber nicht aus.

Bessere Leistungssteuerung und eine Erhöhung der Effizienz seien daher zusätzlich erforderlich.

Informations- und Kommunikationstechnik wäre ein wirksames Mittel, wie das Beispiel aller anderen Wirtschaftsbereiche zeige. Erreichen ließe sich mehr Produktivität in der Gesundheitsversorgung laut Dossier durch Vermeidung von Leistungskosten mittels Prävention und Leistungssteuerung.

Außerdem brauche es eine organisatorische Integration unter Kosten-Nutzen-Aspekten und eine Steigerung der Effizienz der integrierten Versorgung mittels technischer und datentechnischer Innovationen.

Wie diese aussehen könnte, wird in dem Dossier anhand eines fiktiven Herz-Op-Patienten dargestellt, der zu Hause telemedizinisch betreut wird. (pei)

Das knapp 100-seitige Dossier kann unter http://bit.ly/Y0ko1C kostenlos heruntergeladen werden.

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