Kassen rufen nach Rotstift bei Honoraren

BERLIN/MOTZEN (sun/hom). Vor dem Hintergrund des drohenden Milliardendefizits der gesetzlichen Krankenkassen im nächsten Jahr hat der GKV-Spitzenverband die Koalition erneut dazu aufgerufen, bei Ärzten und Kliniken den Rotstift anzusetzen.

Veröffentlicht:
Geht es nach dem Willen der Krankenkassen, soll bei den Honoraren der Ärzte gespart werden.

Geht es nach dem Willen der Krankenkassen, soll bei den Honoraren der Ärzte gespart werden.

© Falko Matte / fotolia.com

Allein im vertragsärztlichen Bereich ließen sich durch Einsparungen auf der "Basis der Honorarsteigerungen in 2009 und 2010" im nächsten Jahr rund 1,2 Milliarden Euro einsparen, sagte die Chefin des GKV-Spitzenverbands, Dr. Doris Pfeiffer, Anfang der Woche im brandenburgischen Motzen. Weitere 800 Millionen Euro könnten durch die Absenkung des Orientierungswertes für ärztliche Leistungen eingespart werden. Dieses Einsparvolumen ergebe sich aufgrund einer Überzahlung aus dem Jahr 2009, ergänzte Verbands-Vize Johann-Magnus von Stackelberg. Die Politik habe bei den Ärztehonoraren in den vergangenen Jahren "die Weichen auf Steigerung" gestellt. Damit sei nun Schluss.

Den gesetzlichen Kassen droht im kommenden Jahr ein Rekorddefizit von elf Milliarden. Die Koalition will an diesem Donnerstag ihre Beratungen fortsetzen, wie sie das Finanzloch gestopft bekommt.

Unterdessen hat das Bundeskabinett am Dienstag den zweiten Teil seines Arzneisparpakets beschlossen. Es sieht Einsparungen bei Arzneimitteln in Höhe von 1,7 Milliarden Euro im nächsten Jahr vor. In den Folgejahren sind zwei Milliarden Euro an Einsparungen anvisiert. Erreicht werden soll dies unter anderem durch eine Reduzierung der Großhandelsspannen und eine raschere Einordnung von Arzneimitteln in Festbetragsgruppen.

Lesen Sie dazu auch: Koalition mischt Karten im Arzneimarkt neu

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Berufspolitik

Abirateron-Regress: Urologen in Nordrhein berichten von bis zu 40.000 Euro

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine Frau streckt ihre Zunge heraus, man sieht ihre Zähne oben.

© vladimirfloyd / stock.adobe.com

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann