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WHO

Kein Ebola-Notstand im Kongo

Einen Notstand wegen des Ebola-Ausbruchs sieht die WHO nicht. Aber: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt zusätzliche Maßnahmen.

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Ein altes Ebola-Warnschild in Makoua, Kongo aus dem Jahr 2013, Besucher sollten so erfahren, dass sie ein Infektionsgebiet betreten.

Ein altes Ebola-Warnschild in Makoua, Kongo aus dem Jahr 2013, Besucher sollten so erfahren, dass sie ein Infektionsgebiet betreten.

© USO / Getty Images / iStock (Archivbild)

GENF. Im Kongo wächst die Zahl der Ebola-Fälle weiter. Während bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch über das Aufrufen eines internationalen Gesundheitsnotstands beraten wurde, meldete das Gesundheitsministerium im Kongo sechs neue Ansteckungen und drei neue Todesfälle. Dennoch ist die WHO überzeugt, dass die Behörden und die internationalen Nothelfer eine Ausweitung der gefährlichen Infektionskrankheit verhindern können.

Den Nothelfern ist es unter den schwierigen Bedingungen in der Provinz Nord-Kivu bislang nicht gelungen, den Ausbruch unter Kontrolle zu bringen. Die Zahl der neuen Fälle pro Woche nimmt zu. Seit August waren es insgesamt 220, bei 142 Toten.

Kämpfe behindern Ebola-Fortschritte

Die Lage ist deshalb so schwierig, weil in der Region Dutzende Rebellengruppen kämpfen und die Bevölkerung traumatisiert und misstrauisch ist. Durch die Kämpfe sind rund eine Million Menschen aus ihren Dörfern vertrieben worden. Sie sind deshalb nicht fest angesiedelt. Das macht es schwieriger, sie zu erreichen oder Menschen, die sich angesteckt haben könnten, zu überwachen.

Dagegen sagte der Züricher Spezialist für ansteckende Krankheiten, Robert Steffen: "Wir sind optimistisch, dass dieser Ausbruch in absehbarer Zeit unter Kontrolle gebracht werden kann." Steffen leitete den Notfallausschuss, der die WHO berät, wenn gefährliche Krisen sich auszuweiten drohen.

Krise unter Kontrolle?

Die kongolesischen Behörden hätten die Krise bislang im Griff, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Der Ausschuss empfahl aber zusätzliche Anstrengungen. "Sonst wird die Situation sich deutlich verschlechtern", teilte der Ausschuss mit. "Die internationale Gemeinschaft sollte die Anstrengungen unterstützen." Der Ausschuss empfahl, die Produktion des Impfstoffes anzukurbeln, der vielversprechende Ergebnisse gebracht habe. 18.000 Menschen wurden im Kongo bereits geimpft, darunter medizinisches Personal sowie Angehörige von Kranken und deren Kontakte.

Die Nachbarländer sollten überlegen, Gesundheitspersonal in den grenznahen Bezirken vorbeugend bereits zu impfen, empfahl der Ausschuss. Partnerländer und Hilfsorganisationen sollten diese Länder stärker unterstützen. Wichtig sei auch, bei Ausreisenden an Flughäfen, Häfen und Landesgrenzen auf Krankheitssymptome zu achten. (dpa)

Wann ruft die WHO einen Gesundheitsnotstand aus?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft einen Internationalen Gesundheitsnotfall aus, wenn durch die Verbreitung einer Krankheit ein Gesundheitsrisiko für mehrere Länder droht und eine koordinierte internationale Antwort erforderlich ist. In ihrer Geschichte hat sie das vier Mal getan:

  • 2014 wegen POLIO (Kinderlähmung). Dieser Notfall dauert - anders als die anderen, die die WHO nach der Eindämmung aufhob - bis heute an. Die Zahl der Neuerkrankungen ist allerdings stark zurückgegangen, in diesem Jahr wurde die Krankheit bisher nur noch in Afghanistan und Pakistan übertragen. Eine von 200 Infektionen führt laut WHO zu dauerhaften Lähmungen, bis zu 10 Prozent der gelähmten Kinder sterben.
  • 2009 wegen der SCHWEINEGRIPPE, die laut einer Bilanz der WHO allein von 2009 bis 2010 mindestens 18 500 Menschen weltweit das Leben kostete. Das H1N1-Virus hatte sich zunächst vor allem in Mexiko und in den USA ausgebreitet. Die Erkrankung trifft vorwiegend junge, gesunde Erwachsene.
  • 2014 während der EBOLA-Epidemie in Westafrika, bei der mehr als 11 000 Menschen starben.
  • 2016 wegen der ZIKA-Epidemie in Lateinamerika - einer Virusinfektion, die während der Schwangerschaft zu Fehlbildungen des Fötus führen kann. Insgesamt sollen sich allein in Brasilien nach amtlichen Angaben von 2015 bis 2016 über eine Million Menschen mit Zika angesteckt haben.
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