Omikron-Regel

Keine Quarantäne-Pflicht mehr für Geboosterte

Nach dem Bundestag hat nun der Bundesrat neue Quarantäne-Regelungen gebilligt. Die Omikron-Variante des Coronavirus verhält sich anders als Delta – deshalb sollen kürzere Quarantäne-Zeiten die Gesundheitsversorgung vor personallen Engpässen schützen.

Von Anno FrickeAnno Fricke Veröffentlicht:
Professor Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, spricht bei der Sondersitzung anlässlich der Änderungen der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung und der Coronavirus-Einreiseverordnung im Deutschen Bundesrat.

Professor Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, spricht bei der Sondersitzung anlässlich der Änderungen der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung und der Coronavirus-Einreiseverordnung im Deutschen Bundesrat.

© Bernd von Jutrczenka / dpa

Berlin. Der Bundesrat hat am Freitagvormittag neue Quarantäneregelungen gebilligt. Um Arztpraxen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, aber auch Polizei, Feuerwehr, Energie- und Wasserversorger auch bei hohen Infektionszahlen arbeitsfähig zu halten, sollen nun die Quarantänezeiten für zweifach Geimpfte, Geboosterte und Genesene verkürzt werden.

Der Beschluss für eine Änderung der „COVID-19-Schutzmaßnahmenverordnung und der Coronavirus-Einreiseverordnung“ fiel einstimmig. Bereits am Donnerstagabend hatte der Bundestag dem Verordnungsentwurf von Gesundheitsminister Professor Karl Lauterbach zugestimmt.

Nach Infektion: Nur noch sieben Tage Isolation

Mit der Änderung soll die Quarantänedauer für den angesprochenen Personenkreis angepasst werden. Geboosterte müssen ab dem siebten Tag nach der dritten Impfung nicht mehr in Quarantäne, wenn sie Kontakt zu einem Infizierten hatten. Diese Regelung soll auch für frisch doppelt geimpfte und genesene Personen gelten.

Nach einer Infektion soll die Isolation für Gesundheitspersonal bereits nach sieben Tagen enden können, wenn ein obligatorischer PCR-Test negativ ausfällt oder der CT-Wert maximal 30 beträgt. Für nicht geboosterte Kontaktpersonen aus dem Gesundheitssektor kann die Quarantäne bereits nach fünf Tagen und einem negativen PCR-Test enden.

Für die Allgemeinbevölkerung soll es bei zehn Tagen, bislang 14 Tagen, Isolation oder Quarantäne nach Infektion oder Kontakt bleiben. Freitesten soll nach sieben Tagen mit PCR oder „hochwertigem Antigentest“ möglich sein.

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MB-Chefin Johna bleibt skeptisch

Bei der Gewerkschaft der angestellten Ärztinnen und Ärzte, Marburger Bund, stößt das Projekt auf Skepsis. Die Regeln gälten selbst dann, wenn Menschen mit Infizierten zusammenlebten, warnte MB-Chefin Dr. Susanne Johna am Freitag im „ZDF-Morgenmagazin.

„Das sehen wir kritisch, weil wir befürchten, dass dann Infektionen weitergetragen werden“, sagte Johna. Generell sei es aber richtig, die Quarantäne- und Isolationszeiten zu verkürzen, räumte die Ärztin ein. Bei der inzwischen vorherrschenden Omikron-Variante von SARS-CoV-2 sinke die Viruslast schnell ab.

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Haseloff warnt vor „politischer Übersteuerung“

Die Verordnung halte den Staat funktionsfähig und erlaube ein besseres Ressourcenmanagement als mit den bisherigen Quarantäneregeln, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Bundesrates, Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Rainer Haseloff (CDU), vor der Abstimmung im Bundesrat. Er warnte allerdings davor, politisch zu übersteuern.

Die Verordnung sieht Anpassungen der Vorgaben je nach aktuellen Entwicklungen wissenschaftlicher Erkenntnisse beim Robert Koch-Institut und dem Paul-Ehrlich-Institut vor, beides dem Gesundheitsministerium unterstellte Bundesoberbehörden.

Lauterbach: Wissenschaft bleibt Maßstab

Die Quarantänezeiten seien „so stark verkürzt wie medizinisch möglich“, sagte Gesundheitsminister Lauterbach bei seinem ersten Auftritt als Gesundheitsminister vor dem Plenum des Bundesrates.

Er sagte zu, dass die Verordnung so umgesetzt werde wie besprochen. Veränderungen würden allein auf wissenschaftlicher Grundlage ohne Beeinflussung durch den Minister vorgenommen.

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