Positionspapier vorgelegt

Katholischer Klinikverband wirbt für Akademisierung in der Pflege

Mehr studierte Fachkräfte, mehr Substitution und Delegation: Der Katholische Krankenhausverband spricht sich dafür aus, die Pflegeberufe aufzuwerten – und verweist auf zahlreiche Effekte.

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Mehr hochqualifizierte Pflegende, höhere Patientenzufriedenheit: Davon zeigen sich Deutschlands katholische Krankenhäuser in einem Positionspapier überzeugt.

Mehr hochqualifizierte Pflegende, höhere Patientenzufriedenheit: Davon zeigen sich Deutschlands katholische Krankenhäuser in einem Positionspapier überzeugt.

© xy / stock.adobe.com

Berlin. Eine stärkere Akademisierung der Pflege hat der Katholische Krankenhausverband Deutschlands (kkvd) gefordert. Hochqualifizierte Pflegende trügen dazu bei, dass die Patientenzufriedenheit in Kliniken steige und Rehospitalisierung und Mortalität abnähmen, heißt es in einem am Dienstag vorgelegten Positionspapier des Verbands.

Der Einsatz akademisierter Pflegefachkräfte wirke sich überdies positiv auf die Kosteneffizienz aus. Hinzu komme, dass über 40 Prozent der Menschen eines Abschlussjahrgangs in Deutschland mittlerweile eine allgemeine Hochschulreife erlangten, schreibt der kkvd in seinem Papier.

Um diesen Menschen einen Weg in die Pflege zu ebnen und bei der Akademisierungsquote im internationalen Vergleich aufzuholen, seien die Bemühungen für mehr Pflegende mit Studienabschluss auszubauen.

Expertise fürs Pflegebett nutzbar machen

Entscheidend sei auch, dass akademisierte Pflegefachpersonen in die Versorgungsteams der Stationen eng eingebunden und ihre Arbeit in Tarifabschlüssen angemessen berücksichtigt seien.

Pflegeexperten zufolge liegt die Akademisierungsquote der Pflege in Deutschland aktuell gerade einmal bei knapp unter einem Prozent. Der Wissenschaftsrat empfiehlt eine Quote zwischen zehn und 20 Prozent.

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kkvd-Geschäftsführerin Bernadette Rümmelin rief Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) auf, „zeitnah“ einen Pflegegipfel mit allen Akteuren aus Praxis, Politik und Verbänden einzuberufen. Beteiligt seien sollten daran auch das Arbeitsministerium und das Familienministerium.

Ziel eines solchen Gipfels müsse sein, Maßnahmen auf den Weg zu bringen, die nach dem Ende der „Konzertierten Aktion Pflege“ in der letzten Wahlperiode noch nicht umgesetzt worden seien.

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Regelhaft heilkundliche Tätigkeiten ermöglichen

Dazu gehöre auch, Rechtssicherheit für die Substitution und Delegation ärztlicher Tätigkeiten zu schaffen, betonte Rümmelin. Pflegefachpersonal solle nicht nur in Modellprojekten, sondern regelhaft heilkundliche Aufgaben übernehmen, warb die kkvd-Geschäftsführerin.

Der Katholische Krankenhausverband vertritt eigenen Angaben zufolge bundesweit 283 Krankenhäuser sowie 54 Reha-Standorte mit insgesamt 207.000 Beschäftigten. Der Gesamtumsatz der Häuser beläuft sich laut kkvd auf 17 Milliarden Euro pro Jahr. (hom)

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