Erziehung

Klöckner will Ernährungsbildung verbessern

Schon von Kindesbeinen an dauerhaft falsch ernährt – und das Risiko für Adipositas und Diabetes steigt. Laut Ministerin Julia Klöckner sollen es jetzt die Schulen richten.

Veröffentlicht: 12.01.2020, 12:28 Uhr
Klöckner will Ernährungsbildung verbessern

„Gebt mehr Geld für Essen aus!“ Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

© Frank Rumpenhorst/dpa

Berlin. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner will die Ernährungsbildung in Schulen verbessern. Dazu will die CDU-Politikerin Ende März zu einem Runden Tisch einladen, wie ihr Ministerium der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Dabei soll ein Konzept zur Stärkung der Ernährungsbildung vorgestellt und diskutiert werden.

Vor einem halben Jahr hatte Klöckner eine Studie vorgestellt, die zu dem Schluss kam, dass viele Lehrer und Erzieher nicht genug über gesunde Ernährung wüssten, um Kinder auf diesem Gebiet fit machen zu können.

Den Forschern zufolge seien ernährungswissenschaftliche Kompetenzen in der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte „nur unzureichend verankert“.

Klöckner hatte deshalb das Konzept angekündigt, um das Thema Ernährung stärker als bisher in Ausbildung, Studium und Fortbildung unterbringen zu können.

Deutsche sollen mehr für Essen ausgeben

Am Wochenende hat die Rheinland-Pfälzerin Klöckner die Bundesbürger außerdem aufgefordert, mehr Geld für Essen auszugeben. „Da liegen wir mit weniger als zehn Prozent am unteren Ende der Europäischen Union“, sagte sie der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Sie finde es gut, dass sich die Menschen heute mehr als früher für die Methoden der Tierhaltung interessierten. „Dann müssen sie aber auch wissen, dass das mehr kostet – und sagen: Ich esse vielleicht nicht mehr jeden Tag Fleisch, dafür aber besseres.“

Klöckner kritisierte in dem Interview auch die Preispolitik der Supermärkte. Sie finde es unanständig, „wenn der Handel die Kunden mit Dumpingpreisen für Fleisch in den Laden lockt, damit sie dort andere Produkte kaufen“.

Nur bei höheren Preisen könnten Tierhalter auch weiterhin in Deutschland produzieren, ohne dass es zu Importen aus Ländern mit niedrigeren Standards komme.

Kritik an Supermärkten auch von Verbraucherschützern

Erst vor wenigen Tagen hatte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, mehr Informationen für Kaufentscheidungen im Supermarkt gefordert. „Der Preis ist keine Orientierung für Qualität“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Es stimme nicht mehr, dass teure Lebensmittel automatisch gut seien und preiswerte automatisch schlecht. Nötig sei, Verbrauchern das Leben zu erleichtern, sie nicht für dumm zu verkaufen und deutlich zu machen, wo es unterschiedliche Produkt- und Prozessqualitäten gebe. „Dann werden wir auch eine ausdifferenzierte Zahlungsbereitschaft erleben.“

Zu Lockpreisen etwa für Fleisch ist ein Treffen bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Handelsunternehmen geplant – einen Termin gibt es noch nicht. (dpa)

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