Selbstmedikation

Können sich Patienten oft einfach selbst behandeln?

Der Pharmaverband BAH fordert vom Gesetzgeber, Anreize für die Selbstmedikation zu schaffen.

Veröffentlicht:

HOLZKIRCHEN. Die Selbstmedikation mit rezeptfreien Arzneimitteln spart dem Gesundheitssystem und der Gesellschaft erhebliche Ressourcen, so der Tenor der zweiten Regionalkonferenz des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller (BAH) in Holzkirchen (Bayern).

Allein die ärztliche Behandlung einer nur leichten Gesundheitsstörung beanspruche mehr als 14-mal mehr an ökonomischen Ressourcen als die Behandlung durch Selbstmedikation mit rezeptfreien Arzneimitteln aus der Apotheke, erklärte der Vertreter des BAH, Lutz Boden. Der Arzt habe so mehr Zeit für Patienten, die seine Hilfe dringender benötigen.

Fühlen sich Bürger mehr eigenverantwortlich?

Schon jetzt spiele die Selbstmedikation im Gesundheitssystem eine wichtige Rolle, betonte Boden. Nach einer aktuellen Untersuchung entfallen inzwischen mehr als die Hälfte aller in Apotheken angegebenen Packungen auf rezeptfreie Arzneimittel, was auch als Zeichen einer zunehmenden Eigenverantwortung der Bürger zu werten sei.

Vor diesem Hintergrund müsse die Politik Rahmenbedingungen und Strukturen schaffen, die Patienten unterstützen und Anreize bieten, mehr Selbstbehandlung zu betreiben, forderte Boden.

Internet ist wichtiges Recherchewerkzeug bei Eigenmedikation

Bei Fragen zur Selbstmedikation spielt die Suche im Internet eine immer wichtigere Rolle, berichtete Boden.

Dabei werde nach einer Umfrage des BAH in erster Linie nach Indikationen oder Krankheiten gesucht und erst später nach konkreten Arzneimitteln, die dann gezielt beim Arzt oder in der Apotheke nachgefragt werden. "Für die Gesundheitsberufe ergeben sich daraus neue Herausforderung in der Beratung", so Boden.

Allerdings fühle sich etwa ein Drittel der Befragten durch die Informationsfülle im Internet überfordert und suche deshalb gezielt ärztliche Hilfe. Hier könne das Grüne Rezept eine Brücke sein, in dem es die Beziehung zwischen Arzt, Patient und Apotheker stärkt, so Boden. Allerdings führe nur etwa jede fünfte Empfehlung eines Arztes für ein rezeptfreies Medikament tatsächlich zu einem Grünen Rezept, hieß es. (sto)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Arzneiforschung: Von Innovationen profitieren nicht nur Patienten, sondern immer auch die Gesellschaft als Ganzes.

© HockleyMedia24 / peopleimages.com / stock.adobe.com

Nutzenbewertung

Arznei-Innovationen: Investition mit doppeltem Nutzen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Asthma, COPD und Co.

Acht Fehler bei der Inhalationstherapie – und wie es richtig geht

Nach Katheterablation

Kontrolle von Risikofaktoren schützt vor Vorhofflimmern-Rezidiven

Lesetipps
Eine Blutprobe zur Bestimmung von vier kardiovakulären Schlüsselmarkern.

© Henrik Dolle / stock.adobe.com

Verdacht auf Myokardinfarkt

Wenn erhöhte Troponine täuschen und es kein Herzinfarkt ist

Ein Mann fasst sich mit der Hand ans Herz. Eine andere Person hält eine Tablette in die Kamera.

© kooshevoy / Fotolia

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: Was bringen Digitoxin und Vericiguat?

Eine Reihe von Sportutensilien (Fußball, Tennisschläger, Springsseil, etc.) in einer Sporttasche, die auf dem Boden steht.

© Pixel-Shot / stock.adobe.com

US-Analyse

Was Bewegung bei diesen sieben Krebsarten bringt