Sachsen

Köpping will „Zukunftswerkstatt“ für neuen Krankenhausplan

Krankenhausplan, Digitalisierung, Gesundheitsförderung, Hausarztstipendien: Sachsens neue Gesundheitsministerin stellt ihr Arbeitsprogramm vor.

Von Sven Eichstädt Veröffentlicht: 14.01.2020, 15:51 Uhr
Köpping will „Zukunftswerkstatt“ für neuen Krankenhausplan

Sachsens neue Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bei ihrer Ernennung Ende Dezember mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). .

© Sebastian Kahnert / dpa

Dresden. Sachsens neue Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) will das Landes-Krankenhausgesetz überarbeiten lassen.

„Eckpunkte für die Novellierung werden gemeinsam mit den Vertretern des sächsischen Krankenhausplanungsausschusses und Experten erarbeitet“, kündigte die 61-Jährige an, die seit Dezember 2019 im Amt ist. „Dafür ist in diesem Jahr eine Zukunftswerkstatt vorgesehen.“

Das Krankenhausgesetz ist seit August 1993 in Kraft und wurde zuletzt im April 2018 wegen der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) geändert.

Mit Köpping stellt erstmals die SPD die Leitung des sächsischen Gesundheitsministeriums, die Ressortchefs waren zuvor seit 1990 von der CDU entsandt worden.

Köpping war seit 2014 Ministerin für Gleichstellung und Integration gewesen, ihr Ministerium war mit beim damaligen Gesundheitsministerium angesiedelt, das von ihrer Vorgängerin Barbara Klepsch (CDU) geleitet wurde.

Köpping saß seit 2009 im Dresdner Landtag, ihr bei der Wahl im September 2019 erworbenes Mandat gab sie Anfang Januar zurück, damit Simone Lang in die stark geschrumpfte SPD-Fraktion eintreten kann.

Köpping wurde bundesweit bekannt, als sie sich im vergangenen Jahr zusammen mit Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius um den SPD-Vorsitz beworben hatte.

Pflegedatenbank als Info-Anker

Köpping will bis zu den nächsten Wahlen in Sachsen erreichen, die regulär 2024 sein sollen, dass die Digitalisierung fest im Gesundheitswesen etabliert wird.

Damit meint sie einerseits eine schnelle Versorgung im Notfall. Diese müsse in ganz Sachsen gewährleistet sein.

Andererseits zielt sie auf die „Pflegedatenbank des Freistaates“ ab. Diese solle die zentrale Informationsquelle werden, mit der sich Menschen über Angebote der Pflege, Beratung, Betreuung und Begleitung informieren könnten.

Die Digitalisierung in der Pflege solle außerdem dazu dienen, um den Dokumentations- und Verwaltungsaufwand zu reduzieren und papierlose elektronische Abrechnung zu ermöglichen. „Wir streben eine gemeinsame Agenda Digitalisierung in der Pflege an“, sagte Köpping.

Prävention via Smartphone?

Bei den Themen Gesundheitsförderung und Prävention rief sie dazu auf, „verstärkt nachzudenken und zu forschen, ob via Smartphone, Tablet und Apps auch die Menschen zu Gesundheitsförderung und Prävention motiviert“ würden, die „am Rande der Gesellschaft“ stehen.

„Wir müssen die gesundheitsförderliche Gestaltung von Lebensverhältnissen immer mitdenken und uns dafür engagieren“, forderte sie. Darüber hinaus versprach Köpping, sie werde das „Phänomen Einsamkeit in unsere künftigen Betrachtungen aufnehmen“.

Einsamkeit mache Menschen krank. „Davon bin ich überzeugt“, sagte die verheiratete Frau und Mutter dreier Kinder.

„Ich will, dass Menschen glücklich und möglichst lang gesund leben können. Ich will, dass unsere Kinder nicht ihre Zukunft allein aufbauen müssen, sondern dass Großeltern und Eltern das möglichst lang gemeinsam mit ihnen machen.“

Außerdem will sie Projekte ihrer Vorgängerin Klepsch fortsetzen. Dazu zählen Hausarztstipendien, bei denen Studierende 1000 Euro monatlich erhalten.

Ein weiterer Punkt ist, dass die Finanzierung von Studiengebühren für 20 weitere Plätze im ungarischen Pécs vom Ministerium übernommen wird. Sie betragen derzeit 7300 Euro pro Semester.

Die Kosten für die anderen 20 Studienplätze, die seit 2013 jedes Jahr vergeben werden, teilen sich die KV Sachsen und die Krankenkassen im Bundesland. Darüber hinaus soll es 120 neue Studienplätze in Medizin geben: Je 50 in Dresden und Chemnitz sowie 20 in Leipzig.

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