DGKJ-Kongress

Kraft fordert Vorrang für Vorsorge

Die NRW-Ministerpräsidentin beklagt vor Kinderärzten hohe "Reparaturkosten" der Sozialpolitik.

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DÜSSELDORF. NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sieht in Kinder- und Jugendärzten sowie Kinderkrankenpflegerinnen "unverzichtbare Akteure einer vorbeugenden Politik". Allerdings reichen die bisherigen Instrumente der Prävention nicht aus.

Kraft sprach sich bei der Eröffnung der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) in Düsseldorf dafür aus, die Lücke der Kinderfrüherkennungsuntersuchungen zwischen dem 6. und 13. Lebensjahr zu schließen.

Zudem müssten die Untersuchungen viel stärker auf Vorsorge und weniger auf Früherkennung ausgerichtet werden. "Da haben Sie mich auf ihrer Seite", sagte sie.

Kraft kritisierte zudem, dass zu viele Kinder zurückgelassen würden. So würden in jedem Jahr 20 Prozent aller Kinder die Schule oder ihre Ausbildung ohne Abschluss verlassen. Bundesweit sei die Zahl der Kinder, die von Jugendämtern aus ihren Familien genommen wurden, seit 2007 um 43 Prozent gestiegen.

Nordrhein-Westfalen zahle pro Jahr für Jugendhilfemaßnahmen eine Milliarde Euro an "Reparaturkosten". Die hohen Gesundheitskosten für diese Kinder seien dabei noch gar nicht einberechnet.

Damit Vorsorgemaßnahmen künftig besser greifen, hat NRW ein Modellprojekt aufgelegt, in das 18 Kommunen einbezogen sind. Dort sollen "Präventionsketten" für Kinder erprobt werden.

Kraft nannte als Beispiel die Stadt Hamm, wo Gesundheits- und Jugendämter eng kooperieren würden. Die Kommune habe in dem Modellprojekt Vertrauenspersonen eingesetzt, die gefährdete Kinder im Kindergarten und ab dem sechsten Lebensjahr auch in der Grundschule über längere Zeit begleiten. (ras)

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