Für den Notfall

Lehrer lernen Umgang mit kranken Kindern

Die Unikliniken Leipzig und Dresden vermitteln angehenden Lehrern in einer eigenen Veranstaltungsreihe den Umgang mit chronisch kranken Schulkindern.

Von Sven EichstädtSven Eichstädt Veröffentlicht:
Lehramtsstudenten folgen der Infoveranstaltung „Das kranke Schulkind“, bei der das richtige Verhalten im Notfall Thema war.

Lehramtsstudenten folgen der Infoveranstaltung „Das kranke Schulkind“, bei der das richtige Verhalten im Notfall Thema war.

© Sächsische Landesärztekammer

LEIPZIG. Wieland Kiess fand die Unkenntnis erschreckend. Der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsklinik Leipzig hatte bei Lehrern Vorträge gehalten, die sich mit Epilepsie im Kindesalter beschäftigten. Dabei war er erschrocken, wie schlecht die Lehrer darüber Bescheid wussten, obwohl sie einen Großteil ihrer Zeit mit Kindern und Jugendlichen verbringen, von denen zumindest ein Teil an Epilepsie erkrankt sein können.

Also entwickelte der Mediziner zusammen mit Reinhard Berner, der die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Dresden leitet, die Idee, angehende Lehrer darüber zu informieren, an welchen chronischen Krankheiten Kinder und Jugendliche leiden können, die zur Schule gehen. So entstand an der Sächsischen Landesärztekammer in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium des Freistaats das Konzept für die neue Veranstaltungsreihe "Das kranke Schulkind".

Schulung für den Notfall

Dabei geht es darum, wie Lehrer mit chronischen Krankheiten bei Kindern wie Epilepsie, Diabetes, Rheuma, Allergien und Asthma sowie Schmerzen unterschiedlicher Ursachen umgehen können. Behandelt wird außerdem das Verhalten in Notfallsituationen. Ende Januar kamen rund 80 Studenten, die ein Lehramtsstudium absolvieren und sich gerade im Referendariat befinden, zum Auftakt der neuen Reihe zur Landesärztekammer nach Dresden. Die meisten Referendare werden künftig an Gymnasien unterrichten und sind bei ihrem Vorbereitungsdienst in der Region Leipzig eingesetzt.

Für die Vorträge wurden Referenten gewonnen, die sonst als Chefärzte oder Fachärzte an den Universitätskliniken Dresden und Leipzig arbeiten. Dabei lag der Schwerpunkt stets darin, wie Lehrer ihren Schülern in einer entsprechenden Situation am besten Hilfe leisten können. Die Mediziner gaben den künftigen Lehrern darüber hinaus Hinweise, wie sie im Unterricht Anfälle erkennen und wie sie darauf reagieren können. Ein weiterer Aspekt bestand darin, wie Mitschüler von kranken Schulkindern auf die Situation vorbereitet werden können.

Fortsetzung folgt

Die Landesärztekammer berichtet, dass die Studenten im Anschluss an die Referate die Mediziner sehr gelobt hätten. "Nicht nur informativ, sondern auch sehr unterhaltsam", lauteten Einschätzungen der künftigen Lehrer, außerdem gefielen ihnen die "persönlich gestalteten Vorträge". Sie lobten weiterhin die "tolle interaktive Gestaltung der Veranstaltung" und schätzten ein, dass es "gute Möglichkeiten gab, Fragen loszuwerden".

Die Landesärztekammer in Sachsen plant, die Veranstaltungsreihe fortzusetzen: Dann mit künftigen Lehrern aus der Region Dresden und weiteren Schularten neben dem Gymnasium.

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