Leitartikel zur Abtreibung in Irland

Liberalisierung in kleinen Schritten

Blutverschmierte Plastikembryos vor der Tür des Regierungschefs, mit Blut geschriebene Briefe: Die Auseinandersetzung um die Reform des Abtreibungsrechts in Irland wurde emotional geführt. Ärzte sind froh, dass nun mehr Rechtsklarheit herrscht.

Von Arndt Striegler Veröffentlicht: 18.07.2013, 12:45 Uhr
Liberalisierung in kleinen Schritten

Demonstrantin gegen die Reform des Abtreibungsrechts vor dem irischen Parlament.

© Peter Muhly / AFP Photo / dpa

In Irland bewegt sich etwas in Sachen Schwangerschaftsabbrüche. Nach monatelangen Ethikdebatten im Dubliner Parlament wurde kürzlich das Abtreibungsrecht in der überwiegend katholischen Republik liberalisiert. Endlich, wie irische Ärzte sagen.

Spricht man mit Medizinern in Irland über das Thema, so kommt die Diskussion stets schnell auf folgenden Punkt: Schon heute lassen jährlich Tausende Patientinnen ihre Schwangerschaften vorzeitig beenden.

Dies geschieht aber im Nachbarland Großbritannien, das eines der liberalsten Abtreibungsgesetze Europas hat. Dem Arzt in Irland blieb dagegen häufig nichts anderes übrig, als seiner abtreibungswilligen Patientin eine gute Reise zu wünschen.

Zu restriktiv waren die alten Gesetze, die Abbrüche in irischen Kliniken nur in extremen Ausnahmefällen zuließen ...

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