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Kommentar – BLIKK-Studie

Medienerzieher gesucht

Raimund SchmidVon Raimund Schmid Veröffentlicht:

Selten zuvor hat eine Studie die Teilnehmer eines Ärztekongresses derart aufgeschreckt wie dies bei der Präsentation der Daten der BLIKK-Studie beim bundesweiten Jugendmedizin-Kongress des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte der Fall war. Bei 20.000 Kindern wird danach jährlich neu eine Medienabhängigkeit festgestellt. Wenn man bedenkt, dass die Daten der 6000 Teilnehmer fast ausschließlich von bildungsnahen Eltern erhoben wurden, möchte man sich nicht ausmalen, wie exzessiv die Mediennutzung erst bei bildungsfernen Familien oder Kindern aus Migrantenfamilien aussieht.

Dies alles ist zwar kein Grund, digitale Medien in Bausch und Bogen zu verdammen, stellte Kongressleiter Dr. Uwe Büsching zu Recht klar. Klar ist aber auch, dass die Medienerziehung nicht erst wie bisher – wenn überhaupt – in Sekundarstufe 1, sondern bereits im Vorschulalter ansetzen muss. Und dabei sind angesichts der dramatischen Zahl Medienabhängiger gerade auch Ärzte gefordert.

Da passt es gut, dass die neu gefassten Vorsorgen und Jugendgesundheitsberatungen (J1 und J2) nun stärker primärpräventiv ausgerichtet sind. Damit könnten die Ärzte ihre Rolle als Medienerzieher künftig tatsächlich besser ausfüllen. Nun müssen sie es auch tun.

Lesen Sie dazu auch: Mediensucht bei Kindern: 20.000 Neuerkrankte jährlich

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