TK berichtet

Mehr Bronchialkarzinome in der Pfalz

Die Zahl der bösartigen Lungentumoren steigt. Problematisch: In der Pfalz rauchen fast genausoviele Jugendliche wie Erwachsene.

Veröffentlicht: 13.05.2016, 14:40 Uhr

MAINZ. Während die Zahl der Raucher in Rheinland-Pfalz abnimmt, ist die Zahl der stationären Behandlungen wegen bösartigen Tumoren von Bronchien und Lunge über die letzten Jahre um fast sechs Prozent gestiegen. Das teilt die rheinland-pfälzische Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) mit Blick auf Daten des Statistischen Bundesamtes mit.

Demnach wurden in 2010 6518 Behandlungsfälle registriert, 2014 waren es 6903. Auch bundesweit sei ein Anstieg von über zwei Prozent zu beobachten. Die TK geht davon aus, dass es 20 Jahre dauern wird, bis der Rückgang des Konsums sich auf die Zahl der Bronchialkarzinome auswirkt.

Auffallend sei, so die TK-Landesvertretung weiter, dass insbesondere bei Frauen die Erkrankungszahlen in die Höhe gingen.

Bei Männern hingegen stagnierten die Zahlen oder seien sogar rückläufig. Demnach seien im gleichen Zeitraum die stationären Behandlungsfälle weiblicher Patienten im Land um mehr als 17 Prozent gestiegen.

Bei den Männern ist die Fallzahl in Rheinland-Pfalz hingegen nahezu auf gleichem Niveau. Deutschlandweit gestaltet sich das Bild ähnlich (Frauen plus zwölf Prozent, Männer plus 2,2).

Hoher Anteil an Rauchern bei Jugendlichen

Der kürzlich vorgelegte Tabakatlas 2015 hat gezeigt, dass in Rheinland-Pfalz der Prozentsatz der jugendlichen Raucher besorgniserregend hoch ist. Denn mit 27 Prozent bei den Jungen sowie 19,5 Prozent bei den Mädchen rauchten die Elf- bis 17-Jährigen fast genauso häufig wie erwachsene Männer (28,1 Prozent) und Frauen (20,7 Prozent).

Der Bundesverband für eine tabakfreie Erziehung (ET) weist darauf hin, dass diese Werte in Rheinland-Pfalz signifikant über dem Bundesdurchschnitt liegen und schlägt Alarm.

Der Vorsitzende Dr. Carl Andersson führt die Unterschiede zwischen den Bundesländern auf die Politik, vor allem im Bildungssektor, zurück. Der ewige Streit über den richtigen Präventionsschwerpunkt sei "dumm und schädlich", so Andersson. (aze)

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