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Kommentar

Mehr Mut, weniger Berührungsängste!

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:

In der Gesundheitsversorgung ist es heute fast eine Selbstverständlichkeit, dass Patienten eine aktive Rolle spielen und in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Ärzte wissen: Fühlt sich der Patient ernst genommen, wirkt sich das positiv auf den Erfolg aus.

Von dieser Erkenntnis können Demenzkranke nicht profitieren. Sie bleiben häufig ab dem Zeitpunkt der Diagnosestellung außen vor. Ansprechpartner des Arztes werden die Angehörigen. Die Patienten selbst werden von einem Moment auf den anderen entmündigt.

Auch in der Forschung werden die Demenzkranken selten nach ihren Gefühlen, Bedürfnissen und Möglichkeiten befragt. Damit verzichten die Wissenschaftler auf eine wesentliche Grundlage, um effektive Unterstützung gerade für die Patienten am Anfang der Krankheit zu entwickeln.

Kaum eine Diagnose ist so mit Ängsten und Berührungsängsten verbunden wie Demenz. Wenn Ärzte und Wissenschaftler den Mut haben, sich auf die Demenzkranken einzulassen, tun sie einen wichtigen und richtigen Schritt, um der Krankheit wenigstens ein bisschen von ihrem Schrecken zu nehmen.

Lesen Sie dazu auch: "Eine Demenz ist kein einziges Desaster"

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